Anatomie

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Anatomie Vulva mit Beschriftungen

Wir wissen heute immer noch so wenig über den Frauenkörper.
Dabei haben diverse Wissenschaftler schon vor Jahren und Jahrhunderten neue Erkenntnisse gewonnen. Doch sie wurden nicht öffentlich anerkannt und das Wissen verschwand wieder, weil Frauen sexuelle Lust und Selbstbestimmung abgesprochen wurde.

Zum Beispiel hat 1561 der italienische Arzt und Botaniker G. Fallopio als Erster die Klitoris detailliert beschrieben und durch anatomische Schnitte ihre tieferliegende Struktur offenbart. Und Dr. G.L. Kobelt hat 1844 in seinem Buch „Die männlichen und weiblichen Wollust-Organe des Menschen“ bisher unübertroffen detaillierte Zeichnungen des weiblichen Genitals angefertigt, die ebenfalls die Klitoris in ihrer wahren Größe zeigen. Erst wieder 1998 lieferte die australische Urologin Helen O‘Connell eine anatomisch richtige Beschreibung der Klitoris. Doch auch diese wurde kaum beachtet.

Oder 1672 skizzierte der niederländische Anatom Regnier de Graaf die weibliche Prostata als Quelle des weiblichen Ejakulats. Und 1880 stellte der Arzt Dr. Alexander Skene Untersuchungen an, bei denen er zwei Drüsen in der weiblichen Harnröhre entdeckte, die Prostataflüssigkeit ausstießen. Doch erst die Studien des slowakischen Arztes Dr. Milan Zaviacic von 1982 bis 1999 führten dazu, dass die weibliche Prostata als voll funktionsfähiges Organ angesehen wird. Und auch dieses Wissen ist immer noch kein medizinisches Allgemeinwissen.

Und nicht nur über die weibliche Anatomie, auch über unser sexuelles Erleben wissen wir immer noch wenig. Und das zeigt natürlich nur, dass die weibliche Lust bisher etwas Unwichtiges war. Oder auch eher etwas Gefährliches, was besser unterdrückt werden sollte.
Damit hängen unserer Meinung nach auch viele Krankheiten zusammen, die wir als die Symptome unserer unterdrückten Sexualität sehen. Es ist so wichtig unseren Körper wirklich als Ganzes zu verstehen: die Komplexität unseres Hormonsystems, unseres Nervensystems, die Auswirkungen von kollektivem und individuellem Trauma auf diese Systeme und ihr Ausdruck auf der Ebene unserer Organe, unserer Muskeln, unserer Haut.

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