Sex in Berlin

Ein Streifzug durch die Berliner sexpositive Szene

 

Nike Wessel, bekannt durch den Podcast Sex in Berlin, beschreibt ihr gleichnamiges Buch von dem jungen Berliner Verlag Vast Chili Nova als „wie ein Sonntagmorgen in Berlin: verkatert, nackt und unvergesslich“.
Und tatsächlich fühlt sich die Lektüre genau so an: ein sinnlicher, politischer, tief persönlicher Streifzug durch die Berliner Sexpositive-Szene – mit Witz, Klarheit und Haltung erzählt.

Es ist ein Buch über Berlin als Möglichkeitsraum: Eine Stadt, in der sich queere, kreative, sexpositive Lebens- und Liebensformen entfalten können. Und es ist ein Buch über die Menschen, die diese Räume gestalten. Nike stellt Clubs und Initiativen wie das SchwuZ (das aktuell ums Überleben kämpft – bitte supporten!), das IKSK, das Karada House, Pornceptual oder die Frauen Temple Nights von Lenia Soley vor. Sie porträtiert Pionierinnen wie Laura Méritt von Sexclusivitäten, Paare wie Liebelei, Sexarbeiterinnen vom Paramour Collective und Performer*innen wie Pauline Marie-Antoinette oder die Velvet Creepers.

Dabei bleibt sie nicht außen vor, sondern berichtet auch von ihren eigenen Erfahrungen – etwa von ihrer ersten Nacktparty, bei der sie das erste Mal etwas erlebte, das sie heute die „Power of Sex“ nennt: Die Kraft, die aus der Verbindung zum eigenen Körper und zu anderen entsteht. Ihre Reise durch die Berliner Szene ist gleichzeitig ein persönlicher Transformationsprozess – humorvoll, offen, politisch und ohne sich etwas vorzumachen.

Sexpositivität definiert Nike dabei nicht als bloße Toleranz, sondern als aktive Feier der sexuellen Vielfalt – natürlich auf Basis von Konsens und Selbstbestimmung. Feministische Bewegungen haben diese Kultur mitgeprägt, aber Nike weist auch auf Widersprüche hin: Denn patriarchale und diskriminierende Strukturen machen auch vor sexpositiven Räumen nicht halt. Ihr Appell ist deutlich:
„Die sexpositive Bewegung ist wie die Demokratie kein Selbstläufer – sie muss verteidigt werden.“

Passend dazu beginnt das Buch mit drei starken feministischen Stimmen:

  • Mit Emilia Roig spricht sie darüber, dass Sexualität und Liebe zwar intim sind, aber auch zutiefst politisch – geprägt durch Sexismus, Rassismus, Heteronormativität.
  • Mit Katja Lewina geht es um Endlichkeit und wie Vergänglichkeit unseren Umgang mit Lust verändert.
  • Mithu Sanyal fordert eine Gesellschaft, die nicht nur sexualisierte Gewalt thematisiert, sondern auch Raum schafft für Lust, Bedürfnisse und sexuelle Menschenrechte – schon in der Schule.

 

So geht Sex in Berlin weit über einzelne Nächte oder Clubs hinaus. Es ist ein Plädoyer für eine sexuelle Kultur, die frei, vielfältig und bewusst gelebt werden kann – auch im Alltag. Eine Kultur, die verbindet, Kraft gibt und Raum lässt, um sich selbst immer wieder neu zu entdecken.
Ein inspirierendes, leidenschaftliches und wichtiges Buch – nicht nur für Berliner*innen.

Orgasmic Parents

Orgasmic Parents – Unser neues Buch erscheint bald!

 

Nach dem großen Erfolg von Orgasmic Woman freuen wir uns riesig, euch endlich von unserem nächsten Herzensprojekt zu erzählen: Orgasmic Parents: Eltern werden – Paar bleiben! erscheint am 14. Oktober 2025 – und du kannst es jetzt schon vorbestellen!

Das Buch ist wie ein Geschwisterchen für Orgasmic Woman: liebevoll, mutig und vollgepackt mit Inspiration, Wissen und praktischen Impulsen für eine erfüllte Sexualität – und wieder vielfältig, tabulos und wundervoll illustriert und gestaltet von Natalia Alicja Dziwisch. Diesmal mit dem Fokus auf die Herausforderungen und Chancen, die die Zeit von Schwangerschaft, Geburt und Elternsein für Nähe, Lust und Intimität mit sich bringt. Denn ja, Eltern sein verändert vieles – aber nicht das Recht auf eine lebendige Sexualität!

Ein Arbeitsbuch genauso wie ein Schmuckstück und Geschenk für alle, die Eltern werden wollen oder schon Eltern sind.
Jetzt vorbestellen & signiertes Exemplar sichern!

Wenn du das Buch hier bestellst, bekommst du nicht nur ein signiertes Exemplar mit einer kleinen persönlichen Überraschung, sondern unterstützt uns auch direkt als Autorinnen. Die Autorenwelt-Plattform zahlt zusätzlich ein faires Honorar pro verkauftem Buch aus – so hilfst du aktiv mit, unsere Arbeit in die Welt zu bringen. Vielen Dank!

Natürlich ist das Buch auch in jeder anderen Online-Buchhandlung vorbestellbar – aber über die Autorenwelt freuen wir uns besonders!

Workshops zum Buch: Werdet “Orgasmic Parents”!

Parallel zur Buchveröffentlichung wird es auch begleitende Workshops geben, in denen wir gemeinsam tiefer in die Inhalte eintauchen:

  • Wie verändert sich eure Sexualität, wenn ihr Eltern werdet?
  • Wie bleibt Intimität lebendig im Familienalltag?
  • Und wie können wir bewusst Räume für unsere Sexualität als Eltern schaffen – jenseits von Leistungsdruck oder Idealen?

 

Alle Infos zum Workshop und zur Anmeldung findest du hier .

Noch kein Orgasmic Woman Exemplar?

Auch unser erstes Buch Orgasmic Woman: Deine Lust ist deine Kraft. kannst du jetzt bei der Autorenwelt bestellen oder weiterhin direkt im Orgasmic Woman Shop.

Wir freuen uns riesig, diesen Weg mit euch gemeinsam zu gehen – hin zu mehr Selbstbestimmung, Intimität und Lust im Alltag von Frauen* und Eltern.

Herzlichst deine
Mara & Vivien und dein Orgasmic Team

Gleichstellung

Ich wollte nur noch feministisch ficken. Aber ist das überhaupt möglich?

 

Mit dieser Frage bringt Cleo Libro den inneren Widerspruch vieler feministischer Menschen auf den Punkt – und legt in ihrem Buch Gleichstellung. Sex zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Ein feministischer Selbstversuch radikal offen, wie tief der Widerspruch zwischen unserer Lust und dem Wunsch nach Gleichstellung in unsere Körper und Fantasien eingeschrieben ist.

Das Buch liest sich leichtfüßig, fast wie ein Tagebuch, mit trockenem Humor, Selbstironie und scharfer Analyse. Cleo nimmt uns mit in ihre Erfahrungen mit Lust, Dating, Körperlichkeit, Grenzverwirrungen und Widersprüchen zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Dabei bleibt sie stets bei sich – und wird gerade dadurch exemplarisch.

Sie stellt unbequeme Fragen:

Warum reizen mich Machtgefälle?
Wieso tauchen in meinen Fantasien oft klassische Klischees auf – gerade die, die ich eigentlich überwunden glaubte?
Was ist mit Konsens – und warum fühlt sich der manchmal eher wie ein Lustkiller an?
Was, wenn ich „eigentlich“ Gleichberechtigung will, aber in der Praxis anders handle?

Cleo kommt nicht mit einfachen Antworten. Sie beschreibt vielmehr den Zwischenzustand, in dem sich viele bewegen: zwischen feministischer Theorie und gelebter Intimität. Zwischen Idealen und hormonellen Realitäten. Zwischen Selbstbestimmung und der Lust am Kontrollverlust.

Spoilerwarnung!
Am Ende wird das Buch nicht hoffnungslos – im Gegenteil.
Cleo entdeckt:

  • Konsens kann anregend sein – wenn er aktiv gestaltet wird.
  • Fantasien dürfen widersprüchlich sein – und zeigen uns trotzdem (oder gerade deshalb) unsere realen Grenzen.
  • Körperliche Erregung bedeutet nicht automatisch Zustimmung – ein wichtiges Thema, das auch in unserem Buch Orgasmic Woman ein eigenes Kapitel hat.
  • Wenn wir Penis-in-Vulvina-Sex (PiV) weder idealisieren noch abwerten, entsteht Raum für eine echte Vielfalt der Praktiken.
    Selbstbestimmung schließt Verführung nicht aus.

Außerdem geht es im Buch auch um Solo-Sex, Orgasmusdruck, den Unterschied zwischen Sex in Beziehungen und im unverbindlichen Rahmen – und um die Frage, warum feministische Verhütung immer noch ein ungelöstes Problem bleibt.

Auf Seite 140 gibt’s übrigens eine kleine, liebevolle Erwähnung unseres Orgasmic Woman-Coachings – und auch in unserem Orgasmic Woman Buch findet Cleo ihren Platz mit einem kurzen Beitrag.

Fazit:
Gleichstellung ist keine Anleitung zum „richtig feministischen Sex“ – sondern ein kluges, verletzliches, mutiges Buch, das Lust und Politik zusammendenkt, ohne sie glattzubügeln.
Ein Muss für alle, die sich fragen:
Wie frei bin ich wirklich in meiner Lust?
Und wie kann ich mir meine Freiheit (zurück)erobern?

Heikles Gespräch

Der Tag an dem Papa ein heikles Gespräch führen wollte …

 

Mein lustigster Nachmittag seit langem war der, als ich vor der Praxis eines Kieferorthopäden auf der Bank saß, auf meine Tochter wartete, und dieses Buch las. Die Menschen, die an mir vorübergingen, waren sehr irritiert, weil ich die ganze Zeit lauthals lachte.

Luisa ist gerade 17 Jahre alt geworden und möchte mit ihrem Freund Justin ein Wochenende zelten gehen. Das veranlasst ihren Papa mit ihnen sprechen zu wollen, über „ein heikles Thema“, wie Luisas Mama erklärt, als er erstmal kein Wort rausbringt. Dass das spannend wird, kriegt zuerst Luisas kleine Schwester Tiffany mit, die die Oma mitschleppt und gleich auch ihren Bruder Max ruft, dem Opa folgt. Und der Nachbar kommt auch noch zufällig dazu.

Das alleine ist schon mal eine ziemlich lustige Ausgangssituation. Und wie zu erwarten, sind die Kinder natürlich aufgeklärter als ihre Eltern. Die Großeltern sind dazu auch noch sehr lässig. Und alle miteinander bringen die Eltern ganz schon zum Schwitzen.

„‘Jedenfalls‘, sagte Mama, ‚wenn sich zwei Menschen näherkommen, also ein Mann und eine Frau …“
‚Mama, ehrlich!‘, sagte Luisa. ‚Das ist ja wohl so was von altmodisch!‘ Sie wandte sich an Justin. ‚Ey, ich muss mich echt für meine heteronormativen Eltern entschuldigen.‘

‚Was heißt heteo-oma-tief?‘ fragte Tiffany.
‚Das heißt, Mama und Papa sollen nicht so tun, als würden sich nur Männer und Frauen lieben.‘, sagte die Oma.

‚Also jedenfalls, egal ob Männer oder Frauen‘, sagte Mama, ‚wenn sich zwei Menschen lieben …‘
‚Manchmal sind es auch drei‘, sagte der Opa.
‚Jetzt hörts aber auf!‘, sagte der Papa.
‚Ich mein ja nur‘, sagte der Opa.
‚Ich finde das voll cool, dass du nicht so auf die europäisch-christliche Sexualmoral fixiert bist‘, sagte Luisa.

Was dann aus diesem Gespräch noch wird und warum das dazu führt, dass der Nachbar fortan jedes Mal, wenn er einen Stecker in eine Steckdose steckte, den Kopf schüttelt und lacht und manchmal sogar die Steckdose vorher um Erlaubnis bittet, liest du am besten selbst nach.

Such dir dafür am besten irgendwo eine ruhige Bank. Viel Vergnügen!

Modernes Tantra

Tantra modern: schick, hip, frisch und spaßig
Modernes Tantra

 

„Alltägliche Ekstase. Tantra-Rituale für alle Leidenschaften.“ von Barbara Carrellas ist ein wunderbares Praxis-Buch für alle Menschen, die Lust haben auf leichte und bodenständige Art tantrische Übungen kennenzulernen.

Die legendäre Sex-Performance-Künstlerin Annie Sprinkle beschreibt im Vorwort wie sie Barbara kennenlernte und schreibt, dass Tantra der „Wegweiser“ ihrer beider sexuellen Reise war. Im Lauf der Jahre, während derer Barbara in die queere Szene eingetaucht ist und Workshops leitete für Menschen, die „auf der Suche nach transformativen Erfahrungen waren, die ihrem individuellen Lebensstil und ihrer Persönlichkeit entsprachen“, sei Barbaras „ganz eigener Tantra-Stil entstanden: neu, allumfassend, schick, hip, frisch und spaßig.“ Und Annie ergänzt: „Alltägliche Ekstase gibt mir die Hoffnung, dass die Welt ein Ort sexueller Befriedigung, Ekstase, Erleuchtung für alle sein kann.

Das finde ich auch! Das Buch ist tatsächlich geeignet viele Menschen da abzuholen, wo sie gerade stehen in ihrer Sexualität. Es gibt eine kurze Einführung zur tantrischen Philosophie, entkräftet einige Mythen wie „Tantra ist eine Religion“, „Zum Tantra gehören Mann und Frau“ oder „Es wird nicht richtig gefickt“ und widmet sich der Frage was eigentlich Ekstase ist und wie wir sie erreichen können.

Nach einer kurzen Vorstellung der sieben Chakren, geht es auch schon los mit praktischen, sehr gut beschriebenen Körperübungen, alleine oder mit PartnerIn. Zwischendurch gibt es immer wieder kleine sehr wertvolle Diskurse über Achtsamkeit, Qualität von Berührung, verschiedene Arten Orgasmen zu erleben etc.

Und anschließend schreibt sie zu tantrischem BDSM, tantrischen Ritualen, Tantra in der Gruppe bis hin zu Sex als Heilung.

Schließlich endet das Buch mit einem Nachwort von Dr. Laura Méritt, unsere Berliner Aufklärungs-Ikone, deren Buch „Frauenkörper neu gesehen“ wir hier auch schon vorgestellt haben. Sie schreibt: „Ekstase ist überall und sie ist machbar. In kleinen Portionen oder großen Explosionen. Lasst uns wortwörtlich in unsere Körper hineinfallen. Das Spirituelle ist körperlich und umgekehrt. Jede und jeder und alle können es.“ YES!

Brüste, Frauen, Geschichten

100 Frauen, ihre Brüste, ihre Geschichten

 

„bare reality: 100 women, their breasts, their stories” (Nackte Realität: 100 Frauen, ihre Brüste, ihre Geschichten) von Laura Dodsworth gibt es unseres Wissens leider bisher nicht auf Deutsch, wir möchten es dennoch hier gerne vorstellen.

Laura Dodsworth hat auch noch die Bücher „womanhood: the bare reality“ und „manhood: the bare reality” veröffentlicht. Und allen drei Büchern ist gemeinsam, dass sie die Vielfalt zeigen: die Vielfalt von Körpern und ihren Geschichten. Es werden die Bilder von Menschen gezeigt, das heißt von ihren Körpern, ihren Brüsten bzw. ihren Genitalien. Ihre Gesichter sieht man nicht, sie bleiben anonym. Und das macht es vielleicht möglich, dass sie so ehrlich ihre Geschichten erzählen: die Geschichten ihrer Brüste bzw. ihrer Genitalien.

In dem Buch über Brüste heißt es im Vorwort von Soraya Chemaly: „Als Mädchen und Frauen lernen wir oft, über unsere sich verändernden Brüste aus der Perspektive zu denken, wie sie sich für andere Menschen anfühlen – insbesondere für Männer und Babies. Mit anderen Worten: Unterhalb der Gedanken an BHs und Badeanzüge denken wir an uns in Begriffen wie Sex oder Opfer, nackt und entblößt oder tröstend und nährend.“

Laura Dodsworth zeigt „Frauen von 19 bis 101 Jahre alt, Frauen mit gesunden Brüsten, oder Frauen die Brustkrebs hatten, Frauen verschiedener Ethnien und aus allen Gesellschaftsschichten, Brüste in allen Formen und Größen, heterosexuelle, lesbische, bisexuelle, asexuelle und Transfrauen.“ Über die Bilder und in den Texten erzählen sie von der Liebe und der Beziehung zu ihren Brüsten und auch von den Schwierigkeiten diese so anzunehmen und so schön zu finden wie sie sind („zu“ klein, „zu“ groß, „zu“ hängend, „zu“ asymetrisch). Sie erzählen von den Reaktionen anderer Menschen auf ihre Brüste und was das mit ihnen gemacht hat. Sie erzählen von Schönheits-Operationen und Umgang mit Krankheit und amputierten Brüsten.

Vielen Dank an diese Frauen, die sich so ehrlich nackt zeigen. Ich schließe mich Soraya Chemaly im Vorwort an: „Die hier versammelten Geschichten sind sowohl eine markante Gegenerzählung zur Objektivierung als auch eine lautstarke Ablehnung der Auswirkungen davon. … Ich bin Laura für diese erfrischende, radikale und aufschlussreiche Subjektivierung dankbar.“

Circlusion

Circlusion statt Penetration
Frage bei einer Lesung:

 

“Wie war das Pseudonym für <<Penetration>>, das Mara verwendet hat und was bedeutet es?”

Unsere Antwort:

 

Das Wort heißt “Circlusion” und kommt von lateinisch “circlus” → “circulus” = Kreis.

Circludieren bezeichnet das aktive Aufnehmen und Umschließen eines Fingers, Dildos oder Penis durch die Vagina. Es hat damit eine andere Qualität als der gewöhnlich verwendete Begriff “Penetration”. Hierbei geht es eher um ein selbstbestimmtes Aufnehmen – die Vagina wird aktiv.

Vielleicht magst du in Zukunft mal ganz bewusst darauf achten, wann deine Vagina etwas circludieren möchte.

Dieses und anderes Wissenswertes findest du auch in unserem Buch.

Auf unseren Lesungen laden wir auch immer dazu ein uns Fragen zu stellen, die wir dann beantworten. Wir freuen uns immer über diese Fragen und möchten sie auch hier gerne nochmal für euch beantworten.

Wenn du auch eine Frage an uns hast, schreib uns gerne an info@orgasmic-woman.com!

Weibliche Ejakulation?

Orgasmus Blog
Orgasmus Frage:

 

“Ich habe einige Male beim Orgasmus ein Ausfließen erlebt. Zum Thema weibliche Ejakulation möchte ich gern mehr wissen: Was ist das? Wozu dient es? Und ist es lustvoller mit??”

Unsere Antwort:

 

Liebe Unbekannte,

das Thema weibliche Ejakulation, auch Squirten genannt, ist ja ein Thema das in letzter Zeit immer mal wieder in der Literatur und in den Medien Beachtung fand. Dennoch gibt es immer noch Stimmen, die bezweifeln, dass es eine weibliche Ejakulation überhaupt gibt.

Was ist das?
Aus unserer Erfahrung heraus können wir bestätigen, dass es eine weibliche Ejakulation definitiv gibt. Und das Ejakulat ist nicht mit Urin zu verwechseln, was auch bereits wissenschaftlich nachgewiesen wurde.
Der Vorgang der Ejakulation ist allerdings noch nicht vollständig erforscht. Klar scheint, dass das Ejakulat eine Flüssigkeit ist, die von Drüsen produziert wird, die in der G-Zone (Ummantelung der Harnröhre) und in ihrer Nähe sitzen. Hervorgerufen wird sie vor allem über die direkte Stimulation der G-Zone, aber auch andere Stimuli können dazu führen.

Wozu dient es?
Es gibt die wissenschaftliche These, dass die Glukose im weiblichen Ejakulat die Beweglichkeit der Spermien fördert. Darüber hinaus ist uns bisher keine biologische Funktion bekannt. In anderen Kulturen steht die weibliche Ejakulation aber auch für die weibliche Kraft und das Ejakulat wird als „goldener Nektar“ bezeichnet und entsprechend geehrt.
Unserer Meinung nach ist das Ejakulieren auf jeden Fall eine von vielen Möglichkeiten sich als Frau orgasmisch zu erfahren. Manche Frauen kennen das schon seit ihrer Jugend und ejakulieren jedes Mal, wenn sie Sex haben. Manchen Frauen ist das fremd. Es gibt dazu auch die These, dass eigentlich alle Frauen ejakulieren, aber oft nicht nach außen durch die Harnröhre hinaus, sondern nach innen, in der Harnröhre zurück in die Blase, weil wir durch unsere Sauberkeitserziehung vor allem darauf trainiert wurden, Flüssigkeiten zurückzuhalten.

Ist es lustvoller mit?
Diese Frage ist unserer Meinung nach nicht zu beantworten, da das orgasmische Erleben von Frauen so unterschiedlich ist. Auf jeden Fall wird das Ejakulieren oft beschrieben als ein Gefühl des Loslassens, Fließenlassens, der Öffnung, Entspannung und Hingabe. Und stellt damit ein ganz anderes Erleben dar als ein, oft durch klitorale Stimulation hervorgerufener und mit Körperanspannung verbundener, Gipfelorgasmus. Was davon lustvoller ist, kann jede Frau nur selbst beurteilen. Fest steht, dass es bei starker Stimulation der G-Zone und gleichzeitiger Muskelentspannung den meisten Frauen möglich ist zu ejakulieren. Aber darum sollte unserer Meinung nach kein Hype und kein neues Diktat gemacht werden, in dem Sinn dass jede Frau üben muss zu ejakulieren.
Also bitte jage nicht dem ultimativen OrgasMuss nach! Höre besser auf den eigenen Körper und finde heraus worauf du Lust hast und wie du dich orgasmisch erleben möchtest.

Dabei wünschen dir viel Spaß!

Deine Mara + Vivien

Sinnlich orgasmisch?

Orgasmus Blog
Orgasmus Frage:

 

“Ich habe in diesen Tagen sinnliche Momente im Nichtsexuellen erlebt.
Selbstliebe und die Berührung durch andere funktionieren zur Zeit nicht gut. Wie komme ich dann zum Orgasmus, wenn die Verbindung zur sexuellen Ebene nicht klappt?”

Unsere Antwort:

 

Liebe Unbekannte,

um deine Frage beantworten zu können, wäre es gut zu wissen was du genau meinst mit sinnlichen Momenten.
Wir nehmen es mal wörtlich und interpretieren, dass du Momente erlebt hast, in denen du dich über deine Sinne (die Augen, die Nase, die Ohren, den Mund, die Haut) wahrgenommen hast. Und das ist ja tatsächlich auch der direkteste Zugang zu unserem Körper, den wir haben, und der in jedem Moment möglich ist.
Nehmen wir an du wachst morgens auf und deine Augen nehmen das wundervolle Bild der aufgehenden Sonne auf. Du saugst den Geruch von Kaffee ein, der in der Luft liegt. Du hörst das Zwitschern der Vögel, gehst in den Garten und spürst dabei das Gras unter deinen Füßen und die warme Luft auf deiner Haut. Dann pflückst du die erste Himbeere und lässt ihre Süße auf der Zunge zergehen. Das sind alles sinnliche Momente, die erstmal nichts mit deinen Genitalien zu tun haben.
Und doch … wenn du auf diese Weise mit allen Sinnen offen durchs Leben gehst, passiert ja etwas mit dir: Du spürst dich mehr und es kommt etwas ins Fließen. Das heißt, wenn du die Himbeere schmeckst, spürst du vielleicht nicht nur deinen Mund, sondern der Geschmack verteilt sich in deinem ganzen Körper. Genauso kann es mit Düften sein oder mit Berührung, mit allen Sinnen. Das kann so intensiv sein, dass dieses Erleben durchaus Orgasmen auslösen kann, oft im ganzen Körper, aber auch über eine starke Reaktion der Vulva, ohne dass sie berührt werden muss.

Die zweite Frage, die wir dir gerne stellen würden, ist die warum Selbstliebe und Berührung durch andere bei dir zur Zeit nicht gut funktionieren. Warum kannst du Berührung gerade nicht genießen? Und was genau möchtest du denn?
Um das herauszufinden, würden wir dir empfehlen dich mal in einem professionellen Rahmen mit dem Thema Berührung zu beschäftigen. Zum Beispiel bei einer Slow Touch Massage, die Langsamkeit mit Absichtslosigkeit verbindet und dadurch die Möglichkeit bietet sich dem Thema auf eine ganz behutsame Art zu nähern. Oder bei einer Yin Yang Massage, die in einem ganz geschützten Rahmen Blockaden löst und somit den natürlichen Fluss des Chi (deiner Lebensenergie) fördert.

Herzliche Grüße, deine Mara + Vivien