OrgasMuss?!

orgasmus
OrgasMuss?!

 

Wenn wir einem Kind die Frage stellen würden „Was ist Sexualität für dich?“, würde die Antwort in den meisten Fällen wohl lauten: „Ein Mann steckt seinen Penis in die Scheide der Frau.“ Und auch für die meisten Erwachsenen ist Sex genau das – eine sehr eng gefasste und heteronormative Definition, die die Vielfalt des sexuellen Erlebens auf ein Bild aus dem Biologiebuch reduziert.
Und am Ende steht der Orgasmus! Wie für viele Menschen Sex gleich Penetration zu sein scheint, ist wohl der Orgasmus (neben dem Kinderwunsch) oft der einzige Grund, warum Menschen überhaupt Sex haben. Entweder für den eigenen Orgasmus oder für den des/der Partner*in. Ohne den Orgasmus ist der Sex nicht richtig, nicht beendet. Er ist ein Muss!

Einerseits verständlich! Orgasmen sind toll! Sie können dich einen Moment lang alle Sorgen vergessen lassen; der ganze Stress im Alltag, in der Beziehung, mit dir selbst, kann sich entladen. Und dein Körper ist danach so herrlich entspannt! Orgasmen können wie ein Feuerwerk sein, einen ganzen Ozean der Empfindungen und Gefühle hervorrufen und uns ins Weltall katapultieren. Und für viele Menschen ist es die Krönung, das gemeinsam zu erleben, sich dabei vielleicht sogar in die Augen zu schauen und alle Körperzellen miteinander verschmelzen zu lassen … Ekstase pur!

Die Krux ist dabei nur: Umso mehr du diese Ekstase willst, desto unwahrscheinlicher wird es, dass du sie erreichst. Denn wenn Sex gleich Orgasmus ist, baut sich Leistungsdruck auf. Das hält dich davon ab, den Sex zu genießen. Wenn du immer den Orgasmus als Ziel vor Augen hast und darüber nachdenkst, wie du ihn erreichst, bist du nicht im Moment und bei dem, was du gerade spürst. Die Konzentration auf das Spüren deines Körpers ist jedoch der Schlüssel zur Ekstase!
Also heißt es loslassen! Alle Vorstellungen, Erwartungen, Wünsche loslassen und dich auf das zu konzentrieren, was du hier und jetzt spürst.

Doch das ist nicht so leicht, wenn wir ständig bombardiert werden mit dem, was andere angeblich beim Sex erleben. Alle Menschen um uns herum scheinen doch Ekstase zu erleben! Mindestens diejenigen, die wir in Filmen und Pornos sehen. Da läuft es schön nach Drehbuch: Zwei oder mehr Menschen begehren sich und sind erregt. Manchmal schwelgen sie in Gefühlen, manchmal sind sie einfach nur geil. Sie berühren sich auf verschiedenste Art und in vielfältigen Positionen, am Ende hat es aber meistens irgendwie mit Penetration (manchmal auch mit Circlusion – ein alternatives Wort für das aktive Aufnehmen und Umschließen) zu tun. Die Erregung steigt, sie stöhnen lauter, auf jeden Fall kommen sie irgendwann und meistens gleichzeitig. Schließlich sinken sie erschöpft und glücklich in die Kissen. Im Porno ist der Orgasmus besonders sichtbar, weil er – manchmal auch sie – eigentlich immer dabei abspritzt. Möglichst viel Flüssigkeit auf irgendwelche Körperteile – das ist das große Finale!

Solche Bilder prägen sich ein. Kein Wunder also, dass wir meinen, Sex sei Penis in Vagina in allen möglichen Varianten, und der krönende Abschluss sei der Orgasmus. Das ist die Sex-Schablone in unserem Kopf, der Fahrplan, an den sich unser Körper hält, die Performance, die wir glauben erbringen zu müssen. Und wenn wir keinen Orgasmus haben oder den/die Partner*in nicht zum Orgasmus bringen?! Dann haben wir versagt, denken wir. Etwas „funktioniert“ nicht so wie es soll. Wir sind nichts wert.
Aber warum nur stellen wir uns erstmal selbst in Frage?! Warum stellen wir nicht die Konzepte in Frage, die für uns offensichtlich nicht „funktionieren“?! Warum fragen wir uns nicht zuallererst:
Was ist überhaupt Sexualität für mich? Und was ist eigentlich ein Orgasmus?!

Für manche Menschen ist ein Kuss das Intimste, was sie sich vorstellen können. Manche lieben es, sich stundenlang gegenseitig den ganzen Körper zu massieren und schweben dabei auf Wolken. Und manche Menschen mögen es am liebsten, wenn an ihren Genitalien gesaugt oder geleckt wird oder dies bei anderen zu tun. Ist das alles etwa kein Sex?!

Und auch was den Orgasmus angeht, gibt es so viel mehr zu entdecken, als die vorherrschenden Vorstellungen zulassen. Es gibt eine unglaublich große Bandbreite an möglichen orgasmischen Erfahrungen, von der die meisten Menschen nichts wissen, weil das nicht gezeigt oder darüber gesprochen wird und sie oft nur eine oder vielleicht zwei Möglichkeiten kennengelernt haben. Vielleicht hast du Orgasmen, aber würdest sie nicht so bezeichnen, weil sie nicht dieser „Norm“ entsprechen. Oder du konzentrierst dich darauf etwas zu erreichen, was dir eigentlich gar nicht entspricht. Wenn du versuchst, etwas Vorgegebenem zu entsprechen, nimmt dir das die Offenheit und Kreativität, alle möglichen Erfahrungen zu machen und zu entscheiden, was dir am besten gefällt.

Also raus aus der Orgasmusfalle! Denn dieser Druck, etwas erreichen zu müssen, behindert unsere Lust! Je mehr wir denken, wir müssten etwas dafür tun, um mehr zu spüren, desto mehr gerät unser Nervensystem in Stress und desto weniger spüren wir! Das eigentliche Geheimnis der Ekstase ist: Je weniger wir TUN, desto mehr werden wir SEIN. Und je weniger wir DENKEN, desto mehr werden wir SPÜREN! Tatsächlich geht es also gar nicht so sehr darum, viel Neues auszuprobieren im Sinne von neuen Stellungen, Techniken, et cetera. Sondern es geht erst einmal darum, deinen eigenen Körper neu zu entdecken. Und dabei weniger zu machen, langsamer zu werden und dich mehr auf das Spüren zu konzentrieren. Und das Ganze mit Freude und Leichtigkeit! Denn dann bist du entspannt, dein ventraler Vagusnerv ist aktiv und Lernen sowie Veränderung sind überhaupt erst möglich. Dann kannst du entdecken, wie viel bisher ungenutztes Potential in deinem Körper noch schlummert. Plötzlich entsteht ein Kribbeln, Pulsieren, Wirbeln in einer Situation oder an einer Körperstelle, wo du es nicht erwartet hattest!

Das kann ganz schnell gehen. Vielleicht dauert es aber auch ein wenig und du nimmst erstmal wahr, wie wenig du dich spürst. Vielleicht geht es auch erstmal darum, zu entdecken, was es überhaupt für dich braucht, um dich so sicher und entspannt zu fühlen, dass du dich wirklich ganz auf dein körperliches Spüren konzentrieren kannst. Und vielleicht brauchst du auch professionelle Begleitung, weil sich bisherige Erfahrungen so festgesetzt haben in deinem Körper, dass sie neue Erfahrungen blockieren.

Aber egal, was du bisher erlebt hast und egal, wie wenig du bisher spürst und wie sehr du in eingefahrenen Mustern steckst, Veränderung ist möglich, auch für dich! Auch dir steht die Welt der vielfältigen orgasmischen Erfahrungen offen. Du musst dich nur trauen, die ersten Schritte zu gehen und langsam, bewusst und selbstbestimmt deinen ganz eigenen orgasmischen Weg zu finden. Und zwar nicht nur beim Sex, sondern auch in Momenten in deinem Leben, in denen es scheinbar gar nicht um Erregung geht: Momente, in denen du dich und deinen Körper spüren und dich ganz auf dein Erleben konzentrieren kannst. Sei es entspannt auf dem Sofa oder beim Laufen im Wald, beim sinnlichen Genießen eines leckeren Essens oder beim Hören inspirierender Musik, in der warmen Badewanne oder unter einer eiskalten Dusche. So kommst du dem auf die Spur, was wir mit „orgasmisch leben“ meinen.

Und je mehr du auch im Alltag übst dich zu spüren, desto mehr spürst du dich auch beim Sex! Du wirst staunen, welche Orgasmen und welche Ekstase dann auf einmal möglich werden!

Weibliche Ejakulation?

Orgasmus Blog
Orgasmus Frage:

 

“Ich habe einige Male beim Orgasmus ein Ausfließen erlebt. Zum Thema weibliche Ejakulation möchte ich gern mehr wissen: Was ist das? Wozu dient es? Und ist es lustvoller mit??”

Unsere Antwort:

 

Liebe Unbekannte,

das Thema weibliche Ejakulation, auch Squirten genannt, ist ja ein Thema das in letzter Zeit immer mal wieder in der Literatur und in den Medien Beachtung fand. Dennoch gibt es immer noch Stimmen, die bezweifeln, dass es eine weibliche Ejakulation überhaupt gibt.

Was ist das?
Aus unserer Erfahrung heraus können wir bestätigen, dass es eine weibliche Ejakulation definitiv gibt. Und das Ejakulat ist nicht mit Urin zu verwechseln, was auch bereits wissenschaftlich nachgewiesen wurde.
Der Vorgang der Ejakulation ist allerdings noch nicht vollständig erforscht. Klar scheint, dass das Ejakulat eine Flüssigkeit ist, die von Drüsen produziert wird, die in der G-Zone (Ummantelung der Harnröhre) und in ihrer Nähe sitzen. Hervorgerufen wird sie vor allem über die direkte Stimulation der G-Zone, aber auch andere Stimuli können dazu führen.

Wozu dient es?
Es gibt die wissenschaftliche These, dass die Glukose im weiblichen Ejakulat die Beweglichkeit der Spermien fördert. Darüber hinaus ist uns bisher keine biologische Funktion bekannt. In anderen Kulturen steht die weibliche Ejakulation aber auch für die weibliche Kraft und das Ejakulat wird als „goldener Nektar“ bezeichnet und entsprechend geehrt.
Unserer Meinung nach ist das Ejakulieren auf jeden Fall eine von vielen Möglichkeiten sich als Frau orgasmisch zu erfahren. Manche Frauen kennen das schon seit ihrer Jugend und ejakulieren jedes Mal, wenn sie Sex haben. Manchen Frauen ist das fremd. Es gibt dazu auch die These, dass eigentlich alle Frauen ejakulieren, aber oft nicht nach außen durch die Harnröhre hinaus, sondern nach innen, in der Harnröhre zurück in die Blase, weil wir durch unsere Sauberkeitserziehung vor allem darauf trainiert wurden, Flüssigkeiten zurückzuhalten.

Ist es lustvoller mit?
Diese Frage ist unserer Meinung nach nicht zu beantworten, da das orgasmische Erleben von Frauen so unterschiedlich ist. Auf jeden Fall wird das Ejakulieren oft beschrieben als ein Gefühl des Loslassens, Fließenlassens, der Öffnung, Entspannung und Hingabe. Und stellt damit ein ganz anderes Erleben dar als ein, oft durch klitorale Stimulation hervorgerufener und mit Körperanspannung verbundener, Gipfelorgasmus. Was davon lustvoller ist, kann jede Frau nur selbst beurteilen. Fest steht, dass es bei starker Stimulation der G-Zone und gleichzeitiger Muskelentspannung den meisten Frauen möglich ist zu ejakulieren. Aber darum sollte unserer Meinung nach kein Hype und kein neues Diktat gemacht werden, in dem Sinn dass jede Frau üben muss zu ejakulieren.
Also bitte jage nicht dem ultimativen OrgasMuss nach! Höre besser auf den eigenen Körper und finde heraus worauf du Lust hast und wie du dich orgasmisch erleben möchtest.

Dabei wünschen dir viel Spaß!

Deine Mara + Vivien

Sinnlich orgasmisch?

Orgasmus Blog
Orgasmus Frage:

 

“Ich habe in diesen Tagen sinnliche Momente im Nichtsexuellen erlebt.
Selbstliebe und die Berührung durch andere funktionieren zur Zeit nicht gut. Wie komme ich dann zum Orgasmus, wenn die Verbindung zur sexuellen Ebene nicht klappt?”

Unsere Antwort:

 

Liebe Unbekannte,

um deine Frage beantworten zu können, wäre es gut zu wissen was du genau meinst mit sinnlichen Momenten.
Wir nehmen es mal wörtlich und interpretieren, dass du Momente erlebt hast, in denen du dich über deine Sinne (die Augen, die Nase, die Ohren, den Mund, die Haut) wahrgenommen hast. Und das ist ja tatsächlich auch der direkteste Zugang zu unserem Körper, den wir haben, und der in jedem Moment möglich ist.
Nehmen wir an du wachst morgens auf und deine Augen nehmen das wundervolle Bild der aufgehenden Sonne auf. Du saugst den Geruch von Kaffee ein, der in der Luft liegt. Du hörst das Zwitschern der Vögel, gehst in den Garten und spürst dabei das Gras unter deinen Füßen und die warme Luft auf deiner Haut. Dann pflückst du die erste Himbeere und lässt ihre Süße auf der Zunge zergehen. Das sind alles sinnliche Momente, die erstmal nichts mit deinen Genitalien zu tun haben.
Und doch … wenn du auf diese Weise mit allen Sinnen offen durchs Leben gehst, passiert ja etwas mit dir: Du spürst dich mehr und es kommt etwas ins Fließen. Das heißt, wenn du die Himbeere schmeckst, spürst du vielleicht nicht nur deinen Mund, sondern der Geschmack verteilt sich in deinem ganzen Körper. Genauso kann es mit Düften sein oder mit Berührung, mit allen Sinnen. Das kann so intensiv sein, dass dieses Erleben durchaus Orgasmen auslösen kann, oft im ganzen Körper, aber auch über eine starke Reaktion der Vulva, ohne dass sie berührt werden muss.

Die zweite Frage, die wir dir gerne stellen würden, ist die warum Selbstliebe und Berührung durch andere bei dir zur Zeit nicht gut funktionieren. Warum kannst du Berührung gerade nicht genießen? Und was genau möchtest du denn?
Um das herauszufinden, würden wir dir empfehlen dich mal in einem professionellen Rahmen mit dem Thema Berührung zu beschäftigen. Zum Beispiel bei einer Slow Touch Massage, die Langsamkeit mit Absichtslosigkeit verbindet und dadurch die Möglichkeit bietet sich dem Thema auf eine ganz behutsame Art zu nähern. Oder bei einer Yin Yang Massage, die in einem ganz geschützten Rahmen Blockaden löst und somit den natürlichen Fluss des Chi (deiner Lebensenergie) fördert.

Herzliche Grüße, deine Mara + Vivien

Wie komme ich nur zum Orgasmus?

Frau Blockade
„Ich fühle mich blockiert! Wie komme ich nur zum Orgasmus!?“

 

Dieses Thema kennen so viele Frauen. Und dementsprechend viele „Orgasmus-Ratgeber“ gibt es auf dem Buchmarkt und in den Medien. Aber was steckt denn eigentlich hinter dieser Frage, wenn wir mal genauer hinschauen?!

1. Der Wunsch dahinter, fast verzweifelt formuliert, ist ganz klar: zum Orgasmus zu kommen. Das ist ja auch verständlich, denn wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der gelungener Sex daran gemessen wird, ob ein Orgasmus stattgefunden hat oder nicht. Und das ist gleich in zweierlei Hinsicht problematisch.
Erstens kann es noch ganz viele andere Kriterien geben für gelungenen Sex, die viele Menschen aber vielleicht noch nie kennengelernt haben.
Zweitens sind mit die wichtigsten Voraussetzungen für ein intensives Spüren beim Sex und einen schönen Orgasmus, dass du dich ganz auf das konzentrieren kannst, was du spürst, und dass du deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse kennst und umsetzen kannst. Wenn du aber beim Sex vor allem auf deinen Orgasmuswunsch konzentriert bist, bleibt dir nicht mehr viel Aufmerksamkeit für das, was eigentlich gerade in deinem Körper passiert.

2. Was blockiert uns? Das können natürlich individuelle Erfahrungen sein, die bereits in der frühen Kindheit beginnen können. Wenn du als Mädchen eher „Finger weg!“ gehört hast anstatt der Erlaubnis deinen Körper und auch deine Vulvina ausgiebig zu erforschen, kann das natürlich dazu führen, dass du dein sexuelles Wesen unterdrückst und dich später in deiner Sexualität blockiert fühlst. Aber selbst wenn das nicht der Fall war, gibt es immer noch die kollektive Erfahrung, die auch dich noch mit beeinflusst. Die Tatsache, dass die weibliche Lust über Jahrhunderte hinweg unterdrückt und verboten wurde, prägt uns alle noch stark und kommt erst allmählich in unser kollektives Bewusstsein.

Wir dürfen daher Geduld haben, kleine Schritte machen, uns bewusst werden was uns alles blockiert und unsere Sexualität ganz neu kennenlernen. Da gibt es noch so viel zu entdecken!

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Wie kann ich beim Sex mehr spüren?

Spüren beim Sex
„Der Sex funktioniert. Aber wie spüre ich dabei mehr?“

 

Wir lernen Sex (mit uns selbst und später mit anderen) oft in unserer Kindheit oder Jugend. Wenn es gut läuft, finden wir heraus wie Erregung funktioniert und behalten diese(s) Muster dann ein Leben lang bei. Das führt dazu, dass viele Menschen zwar Sexualität leben, und im optimalen Fall „funktioniert“ der auch, es findet Erregung und eventuell ein Orgasmus statt. Aber sie haben das Gefühl, dass das noch nicht alles sein kann. Das was sie spüren, ist vielleicht kurz, nur punktuell, auf die Genitalien konzentriert und zielt auf die Entladung hin, durch einen Orgasmus. Oder das was sie spüren, ist sehr auf sich selbst bezogen, aber sie sind nicht so in Verbindung mit ihrem* Partner*in wie sie sich das wünschen.

Wir hatten früher kaum Gelegenheiten zu lernen, was noch alles möglich ist in unserer Sexualität, wie wir uns noch intensiver und ganzkörperlich, und in Verbindung mit anderen, spüren können.
Angefangen dabei, dass wir heute oft so gestresst sind, dass es uns nicht gelingen will, ganz präsent, ganz bei uns, ganz im Körper zu sein. Oft haben wir bei der Masturbation oder beim Sex mit anderen etwas im Kopf: im besten Fall vielleicht noch Phantasien, die unsere Erregung anheizen, im schlimmsten Fall den Einkaufszettel oder die To-Do-Liste für den nächsten Tag. Beides nicht zuträglich uns besser zu spüren, weil du nur dann das wahrnehmen kannst, was in deinem Körper passiert, wenn du gelernt hast deine ganze Aufmerksamkeit darauf zu fokussieren.
Immer mehr Menschen praktizieren daher mittlerweile Yoga, versuchen zu meditieren oder probieren andere Achtsamkeits- und Entspannungstechniken aus. Das ist wichtig und gut und noch schöner, wenn du es mit deiner sexuellen Praxis kombinierst.

Was es alleine für einen Unterschied machen kann beim Sex bewusst und tief zu atmen! Oder vielleicht sogar erstmal nur deine Atmung zu beobachten. Probiere es mal aus! Das kann ein erster Schritt sein, deine Aufmerksamkeit zu lenken, zu fokussieren. Wir möchten dich einladen zu experimentieren: Mit Atmung, Stimme, Bewegung, Berührung … auch deine Sinne sind ein wunderbares und angenehmes Mittel, dich zu konzentrieren; wie beim Wahrnehmen eines schönen Klangs, einer leckeren süßen Frucht oder eines betörenden Dufts.

In unseren Coachings und Videos unterstützen wir dich gerne dabei!

Viel Freude am Spüren!

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Orgasmus beim Oralverkehr?

Orgasmus Blog
Orgasmus Frage:

 

“Meine Frage an die beiden Expertinnen ist: Kann ich auch beim Oralverkehr einen Orgasmus bekommen? Wenn ja, ist es dann klitoral, vaginal oder im ganzen Körper zu spüren?”

Unsere Antwort:

 

Liebe Unbekannte,

das ist eine spannende Frage, die sich auf jeden Fall mit Ja beantworten lässt, denn grundsätzlich können wir durch alle möglichen Arten der Stimulation einen Orgasmus bekommen.
Ob es nun durch Streicheln der Brüste, durch Lutschen am kleinen Zeh oder alleine durch tiefes bewusstes Atmen ist … alles kann orgasmische Gefühle verursachen.
Und unser Mundraum ist dafür besonders geeignet, denn dort laufen zahlreiche Nervenenden zusammen und die hochsensiblen Schleimhäute sind, wie auch die Zunge, genauso gut durchblutet wie die Vagina oder der Penis.
Außerdem ist die Lippenschleimhaut sowie der ganze Mundraum mit kleinen Speicheldrüsen durchsetzt und es gibt eine große Drüse am hinteren weichen Gaumen, die nervlich direkt mit dem Hypothalamus verbunden ist. Dieser wiederum ist verantwortlich für die Steuerung der Hormonproduktion, zum Beispiel für die Ausschüttung von Oxytocin, welches an dem Vorgang der Ejakulation durch die Prostata (männlich oder weiblich) beteiligt sein soll.
Interessanterweise können auch die Drüsen im Mund bei einer Reizung zum Beispiel durch den Penis größere Mengen eines dichteren Sekrets abgeben, was sich dann wie eine Ejakulation anfühlt. Aber all dies ist noch mehr oder weniger wissenschaftlich unerforscht. Soweit uns bekannt ist, gibt es bisher vor allem Erfahrungsberichte und Thesen. Es bleibt also die eigene Forschung und Entdeckung des Mundraums als äußerst erogene Zone.

Wenn bei dir bisher nichts passiert beim Oralsex, gibt es die Möglichkeit der Erweiterung deiner Erregungsmuster, wie sie auch bei anderen Arten der Stimulation funktioniert:
Während du deine*n Partner*in oral verwöhnst, kannst du dich selbst auf eine Art stimulieren, die dein Körper gewohnt ist, um erregt zu werden. Wenn du das einige Male tust, lernt dein Körper die Erregung mit der neuen Art der Stimulation, nämlich der oralen, zu verknüpfen.

Aber wir finden es wichtig das nicht zu leistungsorientiert zu sehen, sondern lieber mit Freude und Leichtigkeit zu forschen, zu genießen und das kommen zu lassen, was dann eben kommt. Ob du dich dabei dann mehr klitoral, vaginal oder im ganzen Körper spürst, ist wohl von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Eine wunderbare Variante des Oralsex ist auch das Deep Throaten: das heißt der Penis wird dabei ganz tief in den Mundraum, bis in den Rachen geschoben. Mal abgesehen davon, dass das für die meisten Männer sehr erregend zu sein scheint, kann das auch für die* Empfänger*in eine äußerst intensive, orgasmische und sogar heilsame Erfahrung sein.
Denn das Deep Throaten ist dann besonders schön und überhaupt erst möglich, wenn sich die* Empfängerin* wirklich öffnet, ihre Kontrolle loslässt und sich dem möglichst entspannt hingeben kann. Und Orgasmen, die aus der totalen Hingabe und Entspannung heraus entstehen, sind oft besonders intensiv im ganzen Körper zu spüren.

Viel Freude beim Experimentieren wünschen dir

deine Mara und Vivien

Anleitung zum Forschen

Entfalte dein erotisches Potential Sheri Winston
Anleitung zum Forschen

 

Das Buch „Entfalte dein erotisches Potential. Landkarte zur Erkundung der weiblichen Sexualität“ von Sheri Winston empfehlen wir gerne Frauen bzw. Menschen mit Vulvina, die über die Selbstliebe ihre Sexualität erforschen wollen.

Es bietet von allgemeinen und kulturellen Zusammenhängen, über Anatomie und Überlegungen wie Erregung und Orgasmus funktioniert, bis hin zu konkreten Übungen zur Erforschung der eigenen Sexualität viele Grundlagen und darüber hinausgehende Inspirationen.

Durch die vielen Bilder, Zeichnungen und grafischen Elemente wie Kästen mit besonderen Inhalten oder Zusammenfassungen, Zitate oder ähnliches ist es sehr abwechslungsreich und leicht zu lesen.
Auch Männer werden angesprochen, um die weibliche Sexualität besser verstehen zu lernen.

Ein kleiner Hinweis zum Schluss: Das Buch ist heteronormativ geschrieben und es hat spirituell tantrische Aspekte. Wenn du damit nichts anfangen kannst, kannst du aber von den übrigen Inhalten sicherlich trotzdem noch ganz viel für dich mitnehmen.

Wie fühlt sich ein vaginaler Orgasmus an?

Orgasmus Blog
Orgasmus Frage:

 

“Ich gehöre zu den Frauen, die nur klitorale Orgasmen kennen. So gerne möchte ich auch vaginale und andere Orgasmen erleben. Vielleicht kenne ich das ja auch ansatzweise, aber Freundinnen können mir einen vaginalen Orgasmus irgendwie nicht beschreiben.
Meine Fragen darum: Wie fühlt sich ein vaginaler Orgasmus an? Und was kann ich dafür tun, einen zu erleben? Kann ich das erlernen, oder ist das wohl eher eine Frage von Blockaden, die gelöst werden müssten?”

Unsere Antwort:

Liebe Unbekannte,

wie du vermutlich schon aus den bisherigen Fragen herauslesen konntest, bist du nicht alleine damit, dass du Orgasmen nur durch klitorale Stimulation zu erleben scheinst.
Die Frage, wie sich ein vaginaler Orgasmus anfühlt, ist tatsächlich schwer zu beantworten, weil sich erstens ein Orgasmus grundsätzlich bei jeder Frau anders anfühlen kann und es zweitens fraglich ist, ob man das überhaupt so trennen kann: klitoral und vaginal. Denn wie wir auch schon in der Antwort auf eine andere Orgasmus-Frage erklärt haben, ist ja unsere Vulva und Vagina ein komplexes Körperteil, in dem alles zusammenhängt.
Dennoch beschreiben Frauen immer wieder verschiedene Qualitäten von Orgasmen und es gibt gewisse Merkmale, die sich scheinbar eher der klitoralen Stimulation, und andere, die sich wohl eher der vaginalen Stimulation zuordnen lassen.

Wir unterstützen dich gerne dabei deine Vagina zu sensibilisieren und dein orgasmisches Potential zu erweitern. Hier kommst du zu einem unserer Einstiegscoachings:

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Klitorale Stimulation wird oft verbunden mit einer eher punktuellen, auf den Genitalbereich begrenzten Erregung, die eher mit einer Anspannung im Beckenboden, in den Beinen oder im ganzen Körper einhergeht und auch dadurch gefördert wird, und sich dann, begleitet durch Muskelkontraktionen, zu einem klar erkennbaren Zeitpunkt, innerhalb weniger Sekunden entlädt.
Vaginale Stimulation dagegen wird oft verbunden mit einem Gefühl der Hingabe, der Öffnung, Entspannung und des Fließenlassens. Die Erregungskurve ist weniger steil, es gibt oft keinen so klar erkennbaren Höhepunkt, sondern wird eher als ein wellenförmiges orgasmisches Erleben wahrgenommen, das sich oft in den ganzen Körper ausbreitet, und sogar darüber hinaus (wird oft als ein Gefühl des Eins-Werdens beschrieben). Ein solches orgasmisches Erleben kann Stunden andauern, ist sogar oft noch nach dem Sex spürbar.

Die Voraussetzung dafür, sich durch vaginale Stimulation orgasmisch zu erleben, ist unserer Meinung nach zuerst einmal die Sensibilität der Vagina. Regelmäßige Berührung hilft auf jeden Fall den eigenen Schoßraum besser zu spüren und differenzierter wahrzunehmen. Deshalb haben wir unser Coaching-Programm Orgasmic Woman auch auf der Verwendung des Pulsators (alternativ: ein anderes Sextoy oder die eigenen Hände) aufgebaut. Insofern würden wir die Frage, ob du das erlernen kannst, grundsätzlich bejahen. Auch Blockaden lassen sich ja oft durch Berührung auflösen. Daher möchten wir dich auf jeden Fall ermutigen deine Vagina zu entdecken und ihr so oft wie möglich, auch unabhängig vom Sex mit einem* Partner*in, Aufmerksamkeit und Berührung zu schenken.

In diesem Sinne ein Hoch auf die Selbstliebe!

Deine Mara + Vivien

Wie kann ich mit Partner orgasmisch sein?

Frau schwanger in Beziehung
„Ich möchte so gerne auch mit meinem Partner orgasmisch sein!“

 

So viele Frauen (oder Menschen mit Vulvina) kennen das: Wenn sie masturbieren, haben sie keine Schwierigkeiten sich orgasmisch zu erleben. Aber in der Sexualität mit einem Partner ist das viel schwieriger und oft sogar gar nicht möglich. Woran liegt das?

Da können verschiedene Aspekte mit hineinspielen…

Zuerst einmal ist es einfacher mich auf mich selbst zu konzentrieren. Ich werde nicht abgelenkt von dem, was mein Partner mitbringt, alleine dadurch, dass er ein weiterer Mensch im Raum ist, mit eigenen Gefühlen, Wünschen, Bedürfnissen. Wenn ich mit mir alleine bin, muss ich nur auf mich achten und werde nicht abgelenkt.

Dann kann es natürlich einfacher sein mir selbst genau die Berührung zu schenken, die ich mir gerade wünsche. Es ist leichter das selbst zu machen, als es zuerst meinem Partner zu erklären oder zeigen oder darauf zu hoffen, dass er von selbst herausfindet was ich gerade möchte.

Dazu kommt, dass wir es in der körperlichen Selbstliebe oft gewohnt sind uns auf eine ganz bestimmte Art zu berühren, dass durch langjährige Praxis ein Muster entsteht, das sehr speziell ist. Dann muss es genau die Stelle der Klitoris sein, die auf genau diese Art berührt wird. Oder wir brauchen eine ganz bestimmte Körperhaltung und -spannung. Wenn das ein anderer Mensch macht, wird er das nie genau so machen, wie ich das mit mir selbst gewohnt bin. Und dann klappt es leider oft nicht.

Und oft passiert ja noch nicht mal das. Oft erklären die Frauen ja ihrem Partner gar nicht, was sie aus ihrer Selbstliebe-Praxis kennen an Berührung, welches Muster bei ihnen funktioniert. Sondern sie haben ganz anderen Sex mit ihrem Partner als mit sich selbst, machen sich das aber gar nicht bewusst. Wenn ich es zum Beispiel gewohnt bin beim Masturbieren meinen ganzen Körper anzuspannen und meine Klitoris dabei durch eine ganz bestimmte Berührung zu stimulieren, und dann mit meinem Partner entspannt auf dem Rücken liege und durch vaginale Berührung über seinen Penis in Erregung kommen möchte, wäre es eigentlich eher erstaunlich, wenn das gelingt. Und wenn es doch gelingt, dann wohl eher der Erregung zuzuschreiben, die über die Attraktivität des Partners auf mich, die Situation und/oder die Intimität unserer Verbindung entsteht, als der Reaktion meines Körpers auf die reine Berührung.

Was kannst du also tun, wenn du auch mit deinem Partner orgasmisch sein möchtest?

Unsere Empfehlung:

  1. Sprich mit deinem Partner darüber was dich erregt und zeige ihm das. Und wenn du es nicht weißt, gehe selbst erstmal in die Forschung oder forscht gemeinsam!
  2. Erweitere dein orgasmisches Potential! Wenn du in der körperlichen Selbstliebe übst, dich nicht mehr nur durch ein spezielles Muster zu erleben, sondern verschiedene Möglichkeiten der Berührung, Haltung, Bewegung etablierst, dann ist das auch mit einem anderen Menschen leichter.
  3. Finde heraus wie du das, was dich in der Selbstliebe erregt, in die Paar-Sexualität einbauen kannst. Manchmal ist es eine andere Stellung, oder auch nur ein etwas anderer Winkel deines Beckens, eine Bewegung, zusätzliche Berührung oder die Konzentration auf deinen Atem, die neue Impulse mit hineinbringen, die plötzlich ganz viel verändern können.
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Warum klappt es bei mir nicht?

Orgasmus Blog
Orgasmus Frage:

 

“Ich (Ende 30) hatte noch nie einen vaginalen Orgasmus. Es klappt nicht, obwohl ich das schon gerne mal erleben würde. Ich spüre gar nicht genug in der Vagina. Sie erscheint mir relativ gefühllos. Deshalb fühle ich mich oft schlecht. Wie kann ich lernen zu akzeptieren, dass es bei mir nicht klappt? Ich kann und will mich ja nicht mein ganzes Leben lang schlecht fühlen.”

Unsere Antwort:

 

Liebe Unbekannte,

die erste Frage die sich uns stellt, ist die nach dem Grund dafür, dass du dich schlecht fühlst. Wie erlebst du dich denn bisher beim Sex? Fühlst du dich schlecht, weil du zu wenig spürst und dich gerne sexuell intensiver erfahren möchtest? Ist es also dein eigener Wunsch dich auf andere Art orgasmisch zu erleben? Oder fühlst du dich schlecht, weil du denkst du solltest fähig sein etwas zu erleben, wozu du meinst nicht in der Lage zu sein? Und reagierst du damit auf einen Erwartungsdruck, der von außen kommt?

Falls eher letzteres der Fall ist, ist es unserer Meinung zuerst einmal wichtig klarzustellen, dass es „den vaginalen Orgasmus“ nicht gibt! Jede Frau ist anders, und genauso gibt es eine Vielfalt an orgasmischen Erfahrungen. Außerdem finden wir es grundsätzlich problematisch einen vaginalen Orgasmus von einem klitoralen oder sonstigen Orgasmus zu unterscheiden, weil unsere Vulva EIN Organ ist und wenn zum Beispiel die Vagina stimuliert wird, immer auch die Klitoris mit stimuliert wird. Denn die Klitoris ist ja nicht nur die kleine Klitorisperle, wie viele Menschen immer noch denken, sondern sie hat Schenkel, die die angeschwollen auch in die Vagina hinein reichen.
Dennoch ist es tatsächlich so, dass unterschiedliche Qualitäten an Orgasmen möglich sind. Und die meisten Frauen beschreiben einen Orgasmus, der durch die vaginale Stimulation ausgelöst wurde, anders als einen Orgasmus, der durch überwiegend klitorale, eher punktuelle Stimulation ausgelöst wurde.

Auf jeden Fall entsteht durch den Wunsch einen Orgasmus, und dann noch eine bestimmte Form des Orgasmus, haben zu wollen, ein Teufelskreis, der allein oft schwer aufzulösen ist. Der Erwartungsdruck führt ja nicht gerade zur Entspannung und wenn du angespannt bist, wirst du flacher atmen und dich weniger spüren. Das heißt die Wahrscheinlichkeit, dass du neue orgasmische Erfahrungen machst, wird um so geringer, je mehr du das willst. Auch wenn es also paradox klingt: Der einzige Weg dahin liegt unserer Erfahrung nach darin jegliches Ziel und jede Erwartung loszulassen und dich mehr auf dein Spüren im Moment, auf die Entspannung deiner Vagina und auf deinen Atem zu konzentrieren.

Nun zu dem Punkt, dass du sagst du spürst nicht genug in der Vagina. Damit bist du erstmal nicht alleine. Die Vagina ist für viele Menschen ein geheimer Ort, der eher wenig Aufmerksamkeit und Berührung erfährt. Und daher spüren auch viele Frauen ihre Vagina nicht gut. Das lässt sich aber ändern! Denn durch wiederholte Stimulation kann man neue Nervenverknüpfungen entstehen lassen. Wir haben ja durch unser Forschungsprojekt erfahren, dass durch tägliche Berührung und bewusste Entspannung die Vagina sensibler wird und unterstützen durch unser Orgasmic Woman Coaching Programm Frauen genau darin.

In diesem Sinne schicken wir dir ganz viel Kraft! Es gibt keinen Grund dich schlecht zu fühlen! Und wenn du neugierig bist, dann habe den Mut, zu erforschen was noch möglich ist!

Liebe Grüße,

Mara & Vivien