Meine Sexualität als Frau

Meine Sexualität als Frau

Junge Frau ist in der Brücke
„Ich habe schon so viel ausprobiert. Aber wie finde ich heraus, was ich wirklich will!?“

 

Das ist eine sehr wesentliche Frage. Denn um deine Sexualität selbstbestimmt leben zu können, ist es wichtig, dass du herausfindest, was du selbst wirklich willst. Am besten lässt sich das erstmal in der körperlichen Selbstliebe herausfinden. Denn wenn du nur mit dir selbst bist, bist du ganz frei in deinem Forschen. Da ist kein Mensch, der auch Wünsche hat, auf die du Rücksicht nehmen musst. Da geht es erstmal nur um dich.

Ausprobieren über die Selbstliebe ist also erstmal ein guter Weg. Tatsächlich gibt es viele Frauen, die aus den verschiedensten Gründen (siehe andere Magazin-Beiträge, zum Beispiel „Wie kann ich mich kennenlernen?“) noch gar nicht masturbiert haben, überhaupt nicht wissen, was ihnen selbst gefällt und sich daher sehr an dem orientieren, was ihre Partner* sich wünschen.

Wenn du meinst, du hast schon viel ausprobiert, und weißt trotzdem noch nicht, was du wirklich willst, könnte das vielleicht daran liegen, dass du viel gemacht hast, dir dabei aber wenig Zeit zum Spüren genommen hast. Tatsächlich kommt es gar nicht unbedingt darauf an, wie viele Stellungen oder unterschiedliche Berührungen du schon getestet hast. Im Gegenteil: Wenn du viel im Machen bist, konzentrierst du dich auf die Bewegungen, und nicht so sehr auf das, was du dabei spürst. Weniger kann da oft mehr sein! Wir empfehlen dir Tempo rauszunehmen: Mach doch mal das, was du sonst machst, höchstens halb so schnell oder noch langsamer.
Und halte zwischendurch immer wieder inne, mach gar nichts und konzentriere dich mal ganz bewusst darauf, was dein Körper gerade spürt.

Vielleicht spürst du auch erstmal nichts. Halte trotzdem weiter inne! Probiere mal aus wie es ist, auf einen Impuls zu warten! Auf einen Impuls, der aus deinem Körper heraus kommt. Ein Impuls, dich zu bewegen oder zu berühren, nicht weil du denkst, es könnte schön sein, sondern weil dein Körper gerade das Bedürfnis danach hat.

So kannst du vom Machen ins Sein kommen, und vom Sein ins Spüren.

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Wir unterstützen dich gerne dabei über unsere Einstiegscoachings! Zum Beispiel das SINNlichkeits Coaching.
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Vulva Liebe

Vulva Liebe

Buchtitel Liebe deine Vulva!
Vulva Liebe

 

„Liebe deine Vulva“ von der Gynäkologin Katharina Stör ist eine neue Entdeckung, die schon seit einigen Wochen in meinem Bücherregal steht. Als ich dann endlich reinschaute, war ich entzückt und wollte nicht mehr aufhören zu lesen!

Das Buch ist eine Liebeserklärung an die Vulva, geschrieben von einer Gynäkologin, die den meisten ihrer Patientinnen erstmal erklären muss, was eine Vulva überhaupt ist.
So beginnt das Buch auch mit den Sätzen: „Seit langem juckt es mich an der Vulva, über die Vulva zu reden und zu schreiben. Diese Welt hat ein großes Vulva-Manko. … Obwohl die meisten Frauen gar nicht wissen, was sie zwischen den Beinen besitzen, und obwohl es die meisten Frauen gar nicht stört, dass sie nicht wissen, was sie zwischen den Beinen besitzen: die Vulva existiert.“

Katharina Stör berichtet immer wieder aus ihrer Praxis: von den Frauen, die aufgewachsen sind in einer Welt des Unwissens um die weibliche Sexualität und der absurden Erwartungen wie eine Frau zu sein hat. So berichtet sie zum Beispiel von ihrem Gespräch mit dem Vertreter von Intimlotions, der ihr aus tiefster Überzeugung zu erklären versucht, dass solche Lotions die Vagina (eine Vulva kennt er auch nicht) aufwerten und dass sich Frauen heute intime Makellosigkeit wünschen.

Am Ende vieler Kapitels gibt es einen kleinen Merksatz, wie es eigentlich sein sollte. Zum Beispiel zu diesem Kapitel: „Bitte merken: Die Reinigung mit Wasser im Intimgebiet reicht – mit einem sanften Abwischen oder Abbrausen von der Klitoris Richtung Po. Seifen und Pflegemittel stören die natürliche Flora von Vulva und Vagina, die für die Immunität sehr wichtig ist.“

Das Buch behandelst verschiedenste Themen, von Intimrasur über Zyklus, Menstruation und Wechseljahre bis zum Sex und Kinder(nicht)wunsch.

Nur zur Bedeutung der Vagina haben wir, als Orgasmic Woman, eine andere Auffassung als die Autorin, die schreibt: „die Vagina ist nur der circa zehn Zentimeter lange muskuläre Tunnel, der Vulva und Gebärmutter verbindet.“ Das stimmt zwar anatomisch, dennoch ist unserer Meinung nach das „nur“ nicht gerechtfertigt, denn auch die Vagina kann und darf eine große Rolle in unserer Sexualität spielen.
Aber nichtsdestotrotz wünsche ich mir viel mehr Gynäkologinnen wie diese und kann ihre Liebeserklärung an die Vulva nur wärmstens weiterempfehlen!

Erfahrungsbericht Eva

Erfahrungsbericht Eva

Frau mit Pulsator berichtet vom Selbstliebe Coaching

Eva hat ein Individuelles Orgasmic Woman Coaching gemacht und berichtet hier von ihren Erfahrungen:

“Vier Wochen lang sollte es jeden Tag mindestens 15 Minuten nur um mich und meine (sexuellen) Bedürfnisse gehen. Anschließend einem (noch) fremden Menschen wöchentlich darüber berichten. WOW!
Super aufgeregt und etwas verschämt klicke ich auf “Bestellen”.
Werde ich tatsächlich den vaginalen Orgasmus für mich entdecken? Wie wird der Austausch sein, möchte ich mich wirklich öffnen?

Uff… der Pulsator ist da – irgendwie größer und befremdlicher, als ich mir das vorgestellt hatte. Sehr komisch – ich inspiziere ihn von allen Seiten, schalte ihn an und lasse ihn in meiner Hand pulsieren, dann lege ich ihn auf meinen Bauch.

….

So sammle ich über vier Wochen jeden Tag neue Erfahrungen und diese sind breit gefächert: über die Freude, endlich entspannen zu können, die Unlust, mir jetzt Zeit für mich zu nehmen (Anderes ist doch viel wichtiger…), die Wertschätzung für mich selbst, die ich jeden Tag aufs Neue erfahre. Ich entdecke die Stimme meiner Yoni, sie sagt mir was sie möchte. Ob sie nur gehalten werden will, oder ob ich ein Experiment wagen möchte.

Wöchentlich tausche ich mich mit Vivien aus und freue mich darauf, von meiner Woche zu berichten – sie gibt mir tolle Ratschläge was ich noch ausprobieren kann oder stellt die richtigen Fragen, sodass ich das Erlebte besser einordnen kann. Ich fühle mich sehr wohl im Austausch und bin froh, dass mich jemand auf meiner Reise begleitet und anleitet.

Am Ende ein für mich überraschendes Ergebnis: der Drang, den vaginalen Orgasmus zu erleben, ist in den Hintergrund getreten. Das ist überhaupt nicht schlimm, denn etwas viel krasseres ist passiert, mit dem ich nie gerechnet hätte:
Jeden Tag fühle ich mich freier, emanzipierter, werde entspannter, fühle mich richtiger mit meiner Lust, meiner Yoni, meinem Körper. Sogar den Menschen in meiner Umgebung fällt das auf. Sie sagen ich strahle förmlich. Ich schmunzle und schicke eine Lobeshymne an meine Yoni.

Der Grundstein ist gelegt. Ich kann es fühlen. Ich stehe zu mir und meinem Körper, es ist schön, mich selbst zu lieben. Die Reise ist noch nicht zu Ende – das mit dem vaginalen Höhepunkt steht noch auf meiner Liste, aber ich bin ihm schon ein ganzes Stück näher gekommen 😉 – und ich freue mich darauf, mich noch besser kennenzulernen.

Vielen Dank liebes Orgasmic-Woman-Team! Ich bin davon überzeugt, dass Ihr einen sehr wertvollen Beitrag dazu leistet, dass Frauen ihre Yonis feiern, ihren Körper annehmen lernen und einfach glücklich mit sich sind.

Illustration: Eva

Weibliche Ejakulation?

Weibliche Ejakulation?

Orgasmus Blog
Orgasmus Frage:

 

“Ich habe einige Male beim Orgasmus ein Ausfließen erlebt. Zum Thema weibliche Ejakulation möchte ich gern mehr wissen: Was ist das? Wozu dient es? Und ist es lustvoller mit??”

Unsere Antwort:

 

Liebe Unbekannte,

das Thema weibliche Ejakulation, auch Squirten genannt, ist ja ein Thema das in letzter Zeit immer mal wieder in der Literatur und in den Medien Beachtung fand. Dennoch gibt es immer noch Stimmen, die bezweifeln, dass es eine weibliche Ejakulation überhaupt gibt.

Was ist das?
Aus unserer Erfahrung heraus können wir bestätigen, dass es eine weibliche Ejakulation definitiv gibt. Und das Ejakulat ist nicht mit Urin zu verwechseln, was auch bereits wissenschaftlich nachgewiesen wurde.
Der Vorgang der Ejakulation ist allerdings noch nicht vollständig erforscht. Klar scheint, dass das Ejakulat eine Flüssigkeit ist, die von Drüsen produziert wird, die in der G-Zone (Ummantelung der Harnröhre) und in ihrer Nähe sitzen. Hervorgerufen wird sie vor allem über die direkte Stimulation der G-Zone, aber auch andere Stimuli können dazu führen.

Wozu dient es?
Es gibt die wissenschaftliche These, dass die Glukose im weiblichen Ejakulat die Beweglichkeit der Spermien fördert. Darüber hinaus ist uns bisher keine biologische Funktion bekannt. In anderen Kulturen steht die weibliche Ejakulation aber auch für die weibliche Kraft und das Ejakulat wird als „goldener Nektar“ bezeichnet und entsprechend geehrt.
Unserer Meinung nach ist das Ejakulieren auf jeden Fall eine von vielen Möglichkeiten sich als Frau orgasmisch zu erfahren. Manche Frauen kennen das schon seit ihrer Jugend und ejakulieren jedes Mal, wenn sie Sex haben. Manchen Frauen ist das fremd. Es gibt dazu auch die These, dass eigentlich alle Frauen ejakulieren, aber oft nicht nach außen durch die Harnröhre hinaus, sondern nach innen, in der Harnröhre zurück in die Blase, weil wir durch unsere Sauberkeitserziehung vor allem darauf trainiert wurden, Flüssigkeiten zurückzuhalten.

Ist es lustvoller mit?
Diese Frage ist unserer Meinung nach nicht zu beantworten, da das orgasmische Erleben von Frauen so unterschiedlich ist. Auf jeden Fall wird das Ejakulieren oft beschrieben als ein Gefühl des Loslassens, Fließenlassens, der Öffnung, Entspannung und Hingabe. Und stellt damit ein ganz anderes Erleben dar als ein, oft durch klitorale Stimulation hervorgerufener und mit Körperanspannung verbundener, Gipfelorgasmus. Was davon lustvoller ist, kann jede Frau nur selbst beurteilen. Fest steht, dass es bei starker Stimulation der G-Zone und gleichzeitiger Muskelentspannung den meisten Frauen möglich ist zu ejakulieren. Aber darum sollte unserer Meinung nach kein Hype und kein neues Diktat gemacht werden, in dem Sinn dass jede Frau üben muss zu ejakulieren.
Also bitte jage nicht dem ultimativen OrgasMuss nach! Höre besser auf den eigenen Körper und finde heraus worauf du Lust hast und wie du dich orgasmisch erleben möchtest.

Dabei wünschen dir viel Spaß!

Deine Mara + Vivien

Sex, love & goop

Sex, love & goop

Gwyneth Paltrow und Michaela Böhm in der Netflix-Serie Sex, love & goop
SchauLust: Sex, love & goop

 

Die Netflix-Show „Sex, love & goop” mit Hollywood-Star und Unternehmerin Gwyneth Paltrow zeigt wie somatische Sexualtherapie und Sexological Bodywork Paare unterstützen kann in ihrer Beziehung mehr Intimität zu entwickeln und ihre Sexualität lebendig zu halten.

„Wir haben Sex, es ist eine Show über Sex, wir werden über Sex sprechen.“

Goop ist ein Unternehmen von Gwyneth Paltrows, das sie vor 13 Jahren gründete, „um innovative Ideen ans Licht zu bringen“. Daher ist diese Show natürlich auch Marketing, aber die Inhalte, die gezeigt und die Werte, die vermittelt werden, können wir sehr befürworten. Alleine die Auswahl der fünf Paare, die in dieser Show durch Expertinnen begleitet werden, zeigt Vielfalt auf verschiedenen Ebenen. Es ist ein lesbisches und ein queeres Paar dabei, People of colour und ein älteres Paar. Sie bringen unterschiedliche Themen mit und werden von den Expertinnen auf unterschiedliche Art und Weise begleitet.

„Auf einer Skala von 1 bis 5: wie angenehm ist das?“
Unsere Kollegin und Sexological Bodyworkerin Jaiya Ma gibt Anatomieunterricht anhand einer Plüsch-Vulva und zeigt einem Paar verschiedene Erregungsquellen.

„Ich möchte der König sein.“
Michaela Böhm, Beziehungs- und Intimitätsexpertin, zeigt einem Paar wie sie sich als Mann und Frau erotisch neu definieren können.

„Können wir anerkennen, dass Sex die Art und Weise ist wie Erwachsene miteinander spielen?!“
Amina Peterson, Leiterin eines Tantra Instituts, vermittelt spielerische Leichtigkeit in der Sexualität und macht mit einer Frau eine Spiegelsession zum Thema Body Positivity.

„Ich möchte mich nur im Spiegel betrachten und überzeugt davon sein, dass ich schön bin.“
Darshana Avila, auch eine Sexological Bodyworkerin arbeitet mit dem lesbischen Paar ebenfalls an Body Positivity und Selbstbestimmung und hilft ihnen ihr sexuelles Repertoire zu erweitern.

„Wir bieten einen Raum, um sexuell zu sein, ohne sich schämen zu müssen.“

Unser Eindruck ist der, dass sich die Paare vor der Kamera mit ihrer Scham, ihren Ängsten und anderen Gefühlen sehr authentisch zeigen. Das finden wir sehr mutig und überaus wichtig. Denn wir denken, dass wir unbedingt lernen müssen über unsere Sexualität offen zu sprechen, damit wir Scham und Ängste ablegen und unsere Erfüllung finden können.

Diese Show ist dafür ein gutes Beispiel: „Es ist eine Sache vor der Kamera emotional verletzlich zu sein. Aber sexuell verletzlich zu sein, das haben wir nie zuvor wirklich gesehen.“

Mara und Vivien sind ebenfalls ausgebildet in somatischer Sexualtherapie (u.a. in Sexological Bodywork, Sexocorporel, Holistic Bodywork). Wenn du auch daran Interesse hast, dich in Einzelsessions oder gemeinsam mit deinem*r Partner*in begleiten zu lassen, schreib uns gerne an über info@orgasmic-woman.com oder kontaktiere Mara oder Vivien direkt über ihre eigenen Webseiten.

Vulva Poesie

Vulva Poesie

Buchempfehlung Mythos Baubo
Vulva Poesie

 

Das Buch „Mythos Baubo oder Viva la Vulva“ von Olaf Abel ist eine „Hommage an das Göttliche“.
Er feiert darin die Vielfalt und die Schönheit der Vulva mit künstlerischen strahlend bunten Vulva-Bildern und ebenso vielfältigen kritischen Texten.
Er beginnt mit einer Erzählung und Deutung des Mythos von Baubo, die die Göttin Demeter rettete, indem sie ihre Vulva zeigte.
Dann bringt er immer wieder wunderbare Poesie oder kurze Statements wie diese:

„Verschämt
Das da Unten
Der Schambereich
Die Scham
Die Schamhaare
Der Schamhügel
Die Schamlippen“

„Unverschämt
Meine Vulva
Mein Intimbereich
Meine Lust
Meine Venushaare
Mein Venushügel
Meine Venuslippen“

Und nicht zuletzt formuliert er klare, sehr kritische Aussagen zu unserem Umgang mit dem weiblichen Genital, zitiert dabei auch Studien und klärt auf.

Ich möchte gerne viel zitieren aus diesem Buch, vor allem aber einladen zum Anschauen und ende daher mit diesem Zitat:

„Wie kann es sein, dass wir uns tagtäglich Mord und Totschlag, das Abschlachten und Metzeln von Menschen anschauen können, jedoch das Anschauen von Geschlechtsorganen als etwas Obszönes, Verwerfliches und Schmutziges angesehen wird? Es sollte meiner Meinung nach, genau anders herum sein!“

Sinnlich orgasmisch?

Sinnlich orgasmisch?

Orgasmus Blog
Orgasmus Frage:

 

“Ich habe in diesen Tagen sinnliche Momente im Nichtsexuellen erlebt.
Selbstliebe und die Berührung durch andere funktionieren zur Zeit nicht gut. Wie komme ich dann zum Orgasmus, wenn die Verbindung zur sexuellen Ebene nicht klappt?”

Unsere Antwort:

 

Liebe Unbekannte,

um deine Frage beantworten zu können, wäre es gut zu wissen was du genau meinst mit sinnlichen Momenten.
Wir nehmen es mal wörtlich und interpretieren, dass du Momente erlebt hast, in denen du dich über deine Sinne (die Augen, die Nase, die Ohren, den Mund, die Haut) wahrgenommen hast. Und das ist ja tatsächlich auch der direkteste Zugang zu unserem Körper, den wir haben, und der in jedem Moment möglich ist.
Nehmen wir an du wachst morgens auf und deine Augen nehmen das wundervolle Bild der aufgehenden Sonne auf. Du saugst den Geruch von Kaffee ein, der in der Luft liegt. Du hörst das Zwitschern der Vögel, gehst in den Garten und spürst dabei das Gras unter deinen Füßen und die warme Luft auf deiner Haut. Dann pflückst du die erste Himbeere und lässt ihre Süße auf der Zunge zergehen. Das sind alles sinnliche Momente, die erstmal nichts mit deinen Genitalien zu tun haben.
Und doch … wenn du auf diese Weise mit allen Sinnen offen durchs Leben gehst, passiert ja etwas mit dir: Du spürst dich mehr und es kommt etwas ins Fließen. Das heißt, wenn du die Himbeere schmeckst, spürst du vielleicht nicht nur deinen Mund, sondern der Geschmack verteilt sich in deinem ganzen Körper. Genauso kann es mit Düften sein oder mit Berührung, mit allen Sinnen. Das kann so intensiv sein, dass dieses Erleben durchaus Orgasmen auslösen kann, oft im ganzen Körper, aber auch über eine starke Reaktion der Vulva, ohne dass sie berührt werden muss.

Die zweite Frage, die wir dir gerne stellen würden, ist die warum Selbstliebe und Berührung durch andere bei dir zur Zeit nicht gut funktionieren. Warum kannst du Berührung gerade nicht genießen? Und was genau möchtest du denn?
Um das herauszufinden, würden wir dir empfehlen dich mal in einem professionellen Rahmen mit dem Thema Berührung zu beschäftigen. Zum Beispiel bei einer Slow Touch Massage, die Langsamkeit mit Absichtslosigkeit verbindet und dadurch die Möglichkeit bietet sich dem Thema auf eine ganz behutsame Art zu nähern. Oder bei einer Yin Yang Massage, die in einem ganz geschützten Rahmen Blockaden löst und somit den natürlichen Fluss des Chi (deiner Lebensenergie) fördert.

Herzliche Grüße, deine Mara + Vivien

Wie komme ich nur zum Orgasmus?

Wie komme ich nur zum Orgasmus?

Frau Blockade
„Ich fühle mich blockiert! Wie komme ich nur zum Orgasmus!?“

 

Dieses Thema kennen so viele Frauen. Und dementsprechend viele „Orgasmus-Ratgeber“ gibt es auf dem Buchmarkt und in den Medien. Aber was steckt denn eigentlich hinter dieser Frage, wenn wir mal genauer hinschauen?!

1. Der Wunsch dahinter, fast verzweifelt formuliert, ist ganz klar: zum Orgasmus zu kommen. Das ist ja auch verständlich, denn wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der gelungener Sex daran gemessen wird, ob ein Orgasmus stattgefunden hat oder nicht. Und das ist gleich in zweierlei Hinsicht problematisch.
Erstens kann es noch ganz viele andere Kriterien geben für gelungenen Sex, die viele Menschen aber vielleicht noch nie kennengelernt haben.
Zweitens sind mit die wichtigsten Voraussetzungen für ein intensives Spüren beim Sex und einen schönen Orgasmus, dass du dich ganz auf das konzentrieren kannst, was du spürst, und dass du deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse kennst und umsetzen kannst. Wenn du aber beim Sex vor allem auf deinen Orgasmuswunsch konzentriert bist, bleibt dir nicht mehr viel Aufmerksamkeit für das, was eigentlich gerade in deinem Körper passiert.

2. Was blockiert uns? Das können natürlich individuelle Erfahrungen sein, die bereits in der frühen Kindheit beginnen können. Wenn du als Mädchen eher „Finger weg!“ gehört hast anstatt der Erlaubnis deinen Körper und auch deine Vulvina ausgiebig zu erforschen, kann das natürlich dazu führen, dass du dein sexuelles Wesen unterdrückst und dich später in deiner Sexualität blockiert fühlst. Aber selbst wenn das nicht der Fall war, gibt es immer noch die kollektive Erfahrung, die auch dich noch mit beeinflusst. Die Tatsache, dass die weibliche Lust über Jahrhunderte hinweg unterdrückt und verboten wurde, prägt uns alle noch stark und kommt erst allmählich in unser kollektives Bewusstsein.

Wir dürfen daher Geduld haben, kleine Schritte machen, uns bewusst werden was uns alles blockiert und unsere Sexualität ganz neu kennenlernen. Da gibt es noch so viel zu entdecken!

Einsteigercoaching SINNlichkeit, Erforschung deiner Lust
Wir unterstützen dich gerne dabei über unsere Einstiegscoachings! Zum Beispiel das SINNlichkeits Coaching.
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Kreisen

Kreisen

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Mehr Informationen
Kreisen

 

Unser Tipp für die körperliche Selbstliebe!⁠ ⁠

Durch das Kreisen deines Oberkörpers kannst du dich gut zentrieren und gleichzeitig darin beweglich bleiben.

Finde eine gute Sitzposition und spüre wie deine Beckenknochen auf dem Boden aufliegen und wo deine innere Mitte ist. Dann beginne langsam mit dem Oberkörper um diese innere Mitte herum zu kreisen.
Das Kreisen darf eine ganz fließende Bewegung sein. Lass dabei auch deinen Atem fließen!

Als Vorbereitung für deine Selbstliebe-Praxis kannst du dabei bewusst in deine Genitalien hinein spüren. Und wenn du magst, lege auch eine oder beide Hände dabei auf deine Genitalien und halte sie. Oder setze dich richtig auf deine Hand, so dass sie, vom Perineum (Damm) an, dein ganzes Genital umschließt.

Schenke deinem Genital deine ganze Liebe!

Erfahrungsbericht Katja Lewina

Erfahrungsbericht Katja Lewina

Katja Lewina Orgasmic Woman Coaching

Die Autorin und Journalistin Katja Lewina hat an dem Orgasmic Woman Coaching mit der Online-Gruppe teilgenommen und teilt hier ihre Erfahrungen:

Unruhig tigere ich durch die Wohnung. Schon 22 Uhr, und ich habe es mir heute noch gar nicht selbst gemacht! Da muss ich gleich noch unbedingt ran. Nicht, dass ich Lust hätte. Aber die Selbstliebe-Challenge ist beschlossene Sache. Geschwänzt wird nicht, dafür bin ich viel zu rechtschaffen. Außerdem bin ich neugierig: Was verändert sich, wenn ich meiner Vulva täglich ungeteilte Aufmerksamkeit widme? Eigentlich bin ich in Sachen Selbstbefriedigung ja Profi. Ich weiß genau, was ich tun muss, um meinem Körper die schillerndsten Orgasmen zu entlocken, und dank meines abschließbaren Büros in einem Kreativhaus bin ich dafür nicht mal auf die Intimität meines Betts angewiesen. Mal mache ich es mehrmals am Tag, mal wochenlang gar nicht – meine Lust lässt sich nichts vorschreiben. Auch im Zusammenspiel mit anderen lässt sie sich nicht lumpen. Aber die Idee, mich sexuell weiterzuentwickeln, ist trotzdem da. Gerade jetzt, wo ich mich selbst kaum noch spüre. Seit Corona die Kontrolle über unseren Alltag übernommen hat, fühle ich mich mehr wie eine Maschine als wie ein sinnliches Wesen. Arbeiten trotz drei unbetreuter Kinder, nicht verzweifeln trotz ausbleibender Honorare, fröhlich sein, obwohl ich heulen möchte. “Gerade in solchen Situationen ist es wichtig, sich Zeit für sich zu nehmen”, erklärt Mara, die zusammen mit Vivien, ihrer Partnerin in Crime, eine Praxis namens “Orgasmic Woman” betreibt – und ja, der Name ist hier Programm. Die nächsten 30 Tage werde ich mit fünf anderen Frauen an einem Online-Gruppencoaching teilnehmen. Täglich mindestens 15 Minuten Quality Time mit mir selbst, um meine Sexualität weiterzuentwickeln und mein orgasmisches Erleben zu steigern.

Zunächst ist da aber nur eins: Überforderung. Schon bei unserem ersten Zoom-Meeting geht es los. “Atmet durch eure Vulvina ein und wieder aus”, leitet Mara uns bei der anfänglichen Meditation an. Hallo? Also ich atme ja durch meine Nase. Das Verhältnis zu meinem Körper ist genauso pragmatisch wie zum Leben allgemein, weder glaube ich an die Heilkraft von Edelsteinen noch an die Macht von Tarotkarten. Ich probiere es dennoch. Stelle mir vor, wie mein Atem zwischen meinen Beinen emporgleitet und dann wieder zurück. Nach ein paar Atemzügen dann der Schreck: Es tut weh! In meiner sonst absolut gesunden und beschwerdefreien Vagina schmerzt irgendwas. “Unser Körper drückt oft etwas aus, was unser Kopf noch nicht verstanden hat. Versuch es nicht zu analysieren, sondern genauer zu spüren und dahin zu atmen”, schreibt Mara später in den Gruppenchat, und genau das werde ich ab jetzt mehrmals täglich tun. Denn der Schmerz meldet sich immer wieder, als ob meine Aufmerksamkeit etwas hochgeholt hätte, das im Alltag sonst keinen Raum findet.

Die Empfehlung lautet: einen festen Zeitpunkt für die tägliche Selbstliebe zu finden. Sofort bin ich neidisch auf all die jungen, kinderlosen Frauen aus dem Zoom-Meeting, die bestimmt keine Probleme damit haben, so etwas in ihren Alltag zu integrieren. Aber wie zum Henker soll das bei mir gehen mit Job und Kindern? “Vielleicht morgens den Wecker eine Viertelstunde früher stellen”, schlägt Vivien vor, und ich lache mich kaputt, denn mein eh schon kaum vorhandener Schlaf ist mir heilig. Also krieche ich, als die Kinder am ersten Abend endlich schlafen, in die Badewanne. Mit dabei: mein neuer Pulsator, ein Toy, das die Stoßbewegungen eines Penis nachahmt; die meisten von uns teilnehmenden Frauen haben ihn für die Sensibilisierung unserer vaginalen Nervenenden empfohlen bekommen. Ich bin neugierig, was das Ding wohl kann, spüre aber auch einen Widerstand gegen dieses schwarze große Etwas, dessen Stöße meinen ganzen Körper vibrieren lassen, als ich es in der Hand halte. Große Lust habe ich gerade auch nicht, trotzdem schiebe ich mir den Pulsator rein und lasse ihn pulsieren. Dabei streichele ich mich selbst und komme kolossal gut, gleich mehrmals hintereinander.

Ein unangenehmes Gefühl bleibt trotzdem zurück. Habe ich mich da etwa gerade selbst zum Sex gezwungen? Eigentlich wollte ich ja gar nicht. Erst recht nicht mit dem Pulsator, nach dem sich meine Vagina merkwürdig taub anfühlt. Beim Nachspüren merke ich: Dass ich meine eigenen Grenzen beim Sex, aber auch sonst im Leben nicht wahre und oft nicht einmal wahrnehme, kommt häufiger vor, als ich dachte. Was will ich? Diese Frage werde ich mir ab jetzt bei der Selbstliebe stellen, und die Antwort meines Körpers lautet: erstaunlich wenig. Für den Rest der Challenge heißt es für mich meist nur Hand auflegen, atmen, Becken schaukeln. Im Gegensatz zu sonst, wenn ich mich selbst berühre, ist da weder Erregung noch Wollen. Auch die vom Coachingprogramm vorgesehene Action reizt mich nicht. Wie jede Teilnehmerin habe ich nach dem Ausfüllen eines Fragebogens zu meinen sexuellen Gewohnheiten und Vorlieben ein individuelles Programm zugeschickt bekommen. Jede der vier Wochen ist einem Sinn zugeordnet, als Erstes ist der Sehsinn dran. Ich könnte also Vulvaformen in der Natur suchen, mir fremde Muschis angucken oder meine eigene im Spiegel betrachten. Zum Glück erinnern uns Mara und Vivien daran, das alles nur als Anregung zu verstehen und lediglich das zu machen, was sich stimmig anfühlt. Ich lasse das meiste davon zwar sausen, freue mich aber über die Fotos von Baumformationen und Wurzeln, die die anderen in den Chat schicken.

Dieser Chat ist überhaupt eine fantastische Ergänzung: Hier teilen wir alles, von genitalen Aha-Momenten über Enttäuschungen bis hin zu Hausmitteln gegen Vaginalpilz. Hin und wieder schalten sich auch Mara und Vivien ein und geben ihre Impulse dazu. Wie zum Beispiel als ich über die Ferientage mit den Kindern bei meiner Mutter lande. Drei Tage lang keine Sekunde für mich allein, nicht mal beim Schlafen. Wem ist schon nach Sexy Time, wenn die Mutter auf der anderen Seite der Wand liegt und der kleine Sohn neben einem im Bett schnarcht? Als wir wieder abreisen, habe ich eine aufkeimende Pilzinfektion im Gepäck – wie so oft, wenn ich mit meiner Mutter zusammen bin. “Sexualität und Herkunftsfamilie, das ist ein spannendes Thema”, schreibt Mara später, die bei Familienbesuchen ähnlich körperlich reagiert wie ich. “Ich habe schon so viel dazu gearbeitet, aber es bleibt eine Herausforderung.”

Was außerdem herausfordernd ist: dass meine Vagina auch außerhalb unserer täglichen Verabredung immer wieder wehtut oder zieht und meine Aufmerksamkeit will. Ich gebe ihr alles, was sie braucht. Atme in sie hinein, mache Katzenbuckel oder kreise mit dem Becken. Einmal ziehe ich sogar ein bestimmtes Kleid an, weil ich das Gefühl habe, sie könnte das mögen. Keine Spur mehr von meinem einstigen Pragmatismus in Sachen Körper. Meiner Pussy Wunsch ist mir Befehl. Und das zahlt sich Woche um Woche mehr aus. Allerdings ganz anders, als ich erwartet hätte.

“Wie ist euer Fazit?”, fragt Vivien in unserem letzten Call, und ich bin plötzlich traurig, dass die vier Wochen schon rum sind – auch wenn es mir zunehmend schwergefallen war, meine Selbstliebe-Sessions in den Alltag zu integrieren. Die Begleitung durch Mara und Vivien wird mir mindestens so fehlen wie der Austausch mit den anderen Frauen. Immerhin haben wir einen Monat lang unsere intimsten Gefühle miteinander geteilt, obwohl wir uns vorher überhaupt nicht kannten. Nein, ich habe keine besseren Orgasmen (okay, das wäre eh ambitioniert gewesen). Ich habe sogar weniger Lust auf Sex als vorher (was auch ein bisschen beruhigend ist, schließlich neige ich zum Über-die-Stränge-Schlagen). Dafür spüre ich aber mit einer ungeahnten Wucht, was ich will und was nicht, und zwar nicht nur, wenn es zur Sache geht. Mein Gefühl für mich selbst ist zurück, und wie das eben so ist bei fulminanten Comebacks: „Jetzt noch härter!” Mit wem will ich Zeit verbringen? Was will ich zum Frühstück? Und will ich wirklich schon wieder was bei Insta posten? Die Antwort ist sofort da und hat oft wenig mit den Automatismen zu tun, in denen ich sonst reagiere.

Gleichzeitig fallt es mir leichter, empathisch mit anderen Menschen zu sein und ihre Gefühle nicht auf mich zu beziehen. Mein Mann grummelt rum? Soll er ruhig machen, hat nichts mit mir zu tun. Meine Freundin wird pampig? Ich kann sie trotzdem in den Arm nehmen. Meine eigenen Grenzen wahrzunehmen macht mich tatsächlich zu einem besseren Menschen.

Viele alte Themen sind in diesen Wochen hochgekommen. Von der Vergewaltigung mit 15 bis zur Angst vor dem Ruin ist alles dabei. Überraschenderweise bringt mich aber nichts davon an den emotionalen Abgrund. Stattdessen folgt Selbsterkenntnis auf Selbsterkenntnis im 24-Stunden-Takt. Und das offenbar nur, weil ich mir Zeit für meine Yoni nehme. Keine Chance für mich, diesen Prozess rational zu erklären. Ich weiß nur eins: Es ist der Wahnsinn. Und Nachmachen dringend angeraten.

Bild von Katja Lewina: Lucas Hasselmann