Aufklärung für Erwachsene

Ann-Marlene Henning Make More Love
Aufklärung für Erwachsene

 

Die Sexologin Ann-Marlene Henning ist wohl eine der bekanntesten Aufklärerinnen im deutschsprachigen Raum, die wir momentan haben. Ihre Serie „Make Love“ über Sexualität und Beziehungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen brachte frischen Wind in ein Thema, das in den Medien sonst oft noch geprägt ist von Normvorstellungen und Tabus.

Nachdem sie 2017 das Aufklärungsbuch für Jugendliche „Make Love“ herausbrachte, schrieb sie ein Jahr später, 2018, ein entsprechendes Buch für Erwachsene ab 40 Jahren: „Make More Love“.
In diesem versucht sie mit Vorurteilen aufzuräumen, was den Sex ab dem mittleren Alter betrifft und kompetente Antworten auf oft gestellte Fragen zu geben. „Denn guter Sex fällt nicht vom Himmel. Er ist eine Frage der Kommunikation, der Übung, des Wissens und der Intimität.“

Wie auch in ihrer TV-Serie gefällt mir die sachliche, entspannte Art wie sie über Sexualität schreibt. Das Buch lädt zum Querlesen, Blättern und Schmökern ein, mit vielen Bildern, Grafiken, Zitaten, Anregungen und Übungen. Es informiert über Anatomie, wie Erregung funktioniert, was damit passiert, wenn wir älter werden und einiges mehr.

„Keine menschliche Entwicklung wird so wenig unterstützt, begleitet und verstanden wie die Sexualität.“ zitiert Ann-Marlene Henning den Züricher Sexologen und Psychiater Peter Gehrig und trägt mit ihrem Buch wesentlich dazu bei dieses Manko zu beseitigen.

Missbrauchs-Phantasien

Orgasmus Blog
Orgasmus Frage:

 

“Ich kann nur klitorale Orgasmen haben (allein und mit Vibrator). Und auch das nur beim Denken an Missbrauch.
Was kann ich tun, um auch mit schönen Gedanken oder mit einem anderen Menschen Orgasmen zu haben?”

Unsere Antwort:

 

Liebe Unbekannte,

wir verstehen deinen Wunsch sehr gut, dass du gerne mit schönen Gedanken oder anderen Menschen Orgasmen haben möchtest. Als ersten Schritt dahin würden wir dir allerdings empfehlen, dass du versuchst ganz ohne Gedanken und ohne andere Menschen, sondern nur mit der Konzentration ganz auf dich selbst in Erregung und Lust zu kommen.

Das wird dir natürlich nicht von heute auf morgen gelingen. Denn wenn du bisher dieses bestimmte Erregungsmuster hattest (Missbrauchsphantasie und klitorale Stimulation durch Vibrator) wird erstmal nicht viel passieren, wenn du das einfach weglässt oder etwas Neues versuchst. Um Erregungsmuster zu verändern, ist es wichtig das bisherige Muster beizubehalten und damit zu spielen, während man gleichzeitig etwas Neues ausprobiert.

Zum Thema Missbrauchs-Phantasien:
Diese Phantasien haben sehr viele Frauen. Und wir denken, dass es wichtig ist, diese für sich grundsätzlich anzunehmen und zu erlauben. Es ist ja erstmal nur eine Phantasie, die eine Sehnsucht ausdrückt, was nicht heißt, dass das in der Realität umgesetzt werden möchte. Vivian Dittmar erklärt sie in ihrem Buch „Sacred Sex“ mit der „tabuisierten Sehnsucht nach Hingabe, die sich auch oft in einer verqueren Form äußert – etwa in Vergewaltigungsfantasien oder dem Verlangen, gedemütigt zu werden“ In solchen Phantasien verarbeiten wir oft Kindheitserfahrungen oder ein kollektives Erbe. Mit unseren Klientinnen schauen wir uns diese erstmal an, bevor wir in die Körperarbeit gehen. Denn solche Muster lassen sich oft erst dann verändern, wenn man sich bewusst wird, was man davon hat.

Zum Vibrator:
Wenn dein Körper gelernt hat über die Stimulation durch einen Vibrator zum Orgasmus zu kommen, werden dadurch die Vibrationsrezeptoren gestärkt, nicht aber die generelle Sensibilität der Vulva. Das heißt, es wird dann schwierig auf andere Art als über diese Vibration in Erregung und zum Orgasmus zu kommen. Das kannst du aber wieder neu üben, indem du den Vibrator gezielt und bewusst einsetzt, und daneben neue Arten der Selbststimulation ausprobierst, zum Beispiel über Berührung, Bewegung, Atmung und Stimme.
Ein anderes Sextoy wie der Pulsator, mit dem wir auch in unseren Forschungsgruppen arbeiten – eine Art Vibrator, der stößt statt vibriert – könnte dir dabei auch sehr von Nutzen sein. Denn erstens kannst du mit ihm in die Hingabe gehen, weil das ein Toy ist, das sich selbst hält, wofür du also deine Hände nicht brauchst, und dich dabei ganz entspannen kannst. Zweitens kannst du mit ihm eine neue Art der Stimulation einführen, nämlich die Stimulation deiner Vagina und kannst dabei gleichzeitig mit dem Vibrator spielen.

Wenn es dir dann mit der Zeit in der Selbstliebe gelingt mit der Aufmerksamkeit immer mehr bei dir, in deinem Körper zu sein und diesen gleichzeitig neu zu sensibilisieren, dann wird es dir auch leichter fallen mit anderen Menschen in die Erregung zu gehen und Orgasmen zu erleben.

Liebe Grüße,

Mara & Vivien

Kulturgeschichte der Vulva

Rezension zu Buch Vulva von M. Sanyal
Eine Kulturgeschichte der Vulva

 

„Vulva. Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts“ von Mithu M. Sanyal ist eines der Bücher, die man als Mensch mit Vulvina unbedingt gelesen haben sollte. ⠀

Sie selbst bezeichnet es als „eine kleine Kulturgeschichte des Abendlandes – allerdings anhand der Darstellung des weiblichen Genitals in Alltag, Folklore, Medizin, Mythologie, Literatur und Kunst“. ⠀

Für uns ist es allerdings noch viel mehr: Es ist nämlich damit auch eine Geschichte der Unterdrückung der weiblichen Lust, oder, wie auf dem Klappentext treffend bezeichnet, „eine Geschichte von Aberkennung und Aneignung“. ⠀

Mithu M. Sanyal beginnt damit klarzustellen, warum es problematisch ist das weibliche Genital nur als Vagina zu bezeichnen (weil es somit nur auf den inneren Teil reduziert wird, und damit auf die Funktion der Fortpflanzung) und macht sich für den Begriff Vulva stark. ⠀

Sie zeigt wie die Vulva in vielen Mythologien verehrt wurde (das Heben der Röcke und Präsentieren der Vulva als Weltrettung), dann aber Scham und Verurteilung des weiblichen Geschlechts unsere Kultur bestimmten. ⠀

Und sie bringt zahlreiche Beispiele wie immer wieder mutige Künstlerinnen dagegen wirkten und sich für die weibliche Lust und eine selbstbestimmte weibliche Sexualität aussprachen. ⠀

Ein spannendes Buch also, das uns hilft zu verstehen in welchem kulturellen Kontext wir uns als Frau, als Mensch mit Vulvina, befinden und wie wichtig es ist wieder neu zu lernen unsere Vulvina zu verehren und als eine Quelle von Kraft und Inspiration zu nutzen.⠀

Sommer der Krüppelbewegung

Film Sommer der Krüppelbewegung
SchauLust: Sommer der Krüppelbewegung

 

„Dieses Camp hat die Welt verändert und keiner kennt seine Geschichte.“ Ein Sommercamp für Menschen mit Behinderung in Jenet, in der Nähe von Manhattan, geleitet von Hippies, ist der Ausgangspunkt für den Film „Sommer der Krüppelbewegung“.
Der Film berichtet von diesem Camp und der politischen Bewegung und dem sehr beeindruckenden Kampf für Rechte von Menschen mit Behinderungen (bzw. Menschen, die behindert werden), die daraus entstand. Es werden aber auch wichtige Themen angerissen wie Kommunikation, Zusammenleben und Sexualität.

Jimmy LeBrecht, der heute als Sounddesigner arbeitet, filmt in diesem Sommer, führt gemeinsam mit Nicole Newnham Regie und begleitet durch die Dokumentation, indem er auch immer wieder selbst im Film spricht und Ausschnitte aus seinem Leben zeigt.
In diesem Camp unterstützte jeder jeden, das heißt auch die Menschen mit Behinderung unterstützten sich gegenseitig. „In Camp Jenet war persönliche Hilfe für andere Teil unser aller Leben.“
Die Betreuer waren damals wohl größtenteils nicht ausgebildet und ohne Erfahrung mit Menschen mit Behinderung. Sie ließen sich einfach auf das Experiment ein, es mal anders zu machen. Dazu der Leiter des Camps:
„Jenet war eine Gelegenheit etwas anderes auszuprobieren. (Wir wollten) versuchen den Teenagern eine Umgebung zu bieten, in der sie ohne Stereotype und Etiketten Teenager sein konnten. … Wir merkten, dass das Problem nicht bei den Behinderten lag, sondern bei Nicht-Behinderten, bei uns. Es war wichtig, dass wir uns änderten.
Die Teilnehmerinnen am Camp erzählen: „Als ich nach Jenet kam, war ich in Woodstock.“ (Ann)
„Es war total irre. Aber es war eine Utopie. Als wir dort waren, gab es keine Außenwelt.“ (Denise)
Auch die politische Bewegung, unter der Leitung von Judy, einer besonders engagierten Teilnehmerin des Camps, wird in vielen sehr eindrücklichen Szenen gezeigt.

Besonders berührt hat mich die Szene, in der Denise berichtet, wie sie zurück von Jenet, ein Praktikum macht und eine Affäre mit einem Busfahrer hat. „Denn ich wurde nicht jünger und wollte nicht als Jungfrau sterben.“ Sie erzählt wie sie daraufhin eines Nachts mit schrecklichen Bauchschmerzen ins Krankenhaus kommt und einen völlig gesunden Blinddarm heraus operiert bekam, bis ein Arzt überhaupt auf die Idee kam sie auch vaginal zu untersuchen und festgestellt wurde, dass sie vermutlich Gonorrhö hat. „Einen kurzen Moment lang war ich sehr stolz auf mich. Aber dann, als ich darüber nachdachte, war es nur, weil der Chirurg der Meinung war, ich könnte nicht sexuell aktiv sein. Sehen Sie mich an. Wer würde mich ficken wollen?“ Daraufhin studierte sie und machte ihren Master in Menschlicher Sexualität. Was für eine bewundernswerte, starke und schöne Frau! Denise heiratete Neil, einen anderen Camp-Teilnehmer und sie leben heute glücklich als Familie, wie auch andere ihren Weg gefunden haben.

Der Film ist natürlich kritisch, aber auch sehr positiv, öffnet nicht nur die Augen, sondern auch das Herz der Zuschauer*innen und macht Mut weiter gegen Diskriminierung zu kämpfen, wo es nötig ist.

Angst beim Sex

Orgasmus Blog
Orgasmus Frage:

 

“Ich komme überhaupt nicht mit einem Mann (auch nicht, wenn er nur zusieht)… Allerdings bekomme ich wenigstens klitoral und vaginal stark stimuliert mit Hilfe von Vibratoren einen Orgasmus.
Wenn ich mit einem Mann versuche einen Orgasmus zu haben, kommt bei mir immer ein Moment Angst hoch (ich weiß nicht woher)… und ich kann nicht fortfahren.
Da ich mir ziemlich sicher bin, keine Missbrauchserfahrungen gemacht zu haben (zumindest sexuell), frage ich mich, woher dies noch kommen könnte und was ich tun kann, um dies zu verändern?”

Unsere Antwort:

 

Liebe Unbekannte,

deine Frage ist für uns nicht so einfach zu beantworten, weil wir dafür gerne mehr von dir wissen würden. Aber wir schreiben dir mal was uns dazu einfällt und vielleicht ist ja ein Impuls für dich dabei, der dich weiterbringt.

Zum Thema Angst:
Wenn du Angst hast, beeinflusst das natürlich die Reaktion deines Körpers. Bei Angst wirkt der Sympathikus: Adrenalin wird ausgeschüttet, die Herz- und Atemfrequenz sowie der Blutdruck steigt. Ein wenig Angst kann durchaus anregend wirken. Zu viel Angst führt aber dazu, dass dein Körper schlechter durchblutet wird, speziell auch die Geschlechtsorgane, und du dich deshalb nicht mehr gut spürst. Es ist also kein Wunder, dass mit der Angst auch die Erregung verschwindet.
Es wäre daher wichtig, sich diese Angst mal anzuschauen: Ist sie neu? Wann ist sie entstanden? Was liegt dahinter?

Entweder du suchst dir dafür einen therapeutischen Rahmen, wie wir ihn anbieten, oder vielleicht ist es dir auch möglich, dass du dir selbst eine Situation schaffst, die wir „Witnessing“ (= Bezeugen) nennen: Verabrede dich mit einem Mann, dem du vertraust, und vereinbare mit ihm, dass er einfach nur da ist und dass es keine Berührung geben wird. Dann kannst du in die Selbstliebe gehen, dich selbst berühren und schauen ob Angst hochkommt und diese dann einfach mal versuchen anzunehmen und zu fühlen.

Wir empfehlen dabei das Ziel des Orgasmus loszulassen und zu versuchen möglichst im Moment zu sein und einfach nur zu spüren, was gerade da ist. Du kannst dabei auch ins Forschen gehen und deine Vulva mit den Händen erkunden, oder deine Vagina mit einem Finger oder einem Glasdildo. Dabei geht es dann nicht so sehr um Lust und Erregung, sondern eher darum dich überhaupt zu spüren, auch eventuelle Taubheit und Schmerz.

Zum Thema starke Stimulation:
Wie wir zu der vorherigen Orgasmus-Frage bereits geschrieben haben, ist es für den Körper schwierig auf eine neue Art in Erregung zu kommen, wenn er eine bestimmte Art von Stimulation gewohnt ist; speziell über Vibratoren, die die Vibrationsrezeptoren stärken, nicht aber die generelle Sensibilität von Vulva und Vagina. Das lässt sich aber bewusst verändern und üben (siehe unsere Antwort zur vorherigen Frage). Wenn du eine sehr starke Stimulation gewohnt bist, kannst du versuchen diese langsam runterzufahren, immer schwächer werden zu lassen und den Körper durch gleichzeitige neue Reize so wieder mehr zu sensibilisieren.

Liebe Grüße,

Mara & Vivien

Vaginaler oder klitoraler Orgasmus

Orgasmus Blog
Orgasmus Frage:

 

“Ich bekomme nur getrennte Orgasmen, entweder vaginal, durch Penetration, oder klitoral, durch manuelle Stimulation. Selbst wenn während einer Penetration zusätzlich manuell stimuliert wird, komme ich kurz vor dem p.o.n. (point of no return), dann bricht die Erregung langsam wieder ab. Bei der klitoralen Stimulation atme ich zwar auch in den Bauch, muss aber dabei die Beine zusammenpressen. Kann ich da etwas ändern, wenn ja wie?”

Unsere Antwort:

 

Liebe Unbekannte,

zuerst einmal ist es ja schön, dass du gleich zwei Möglichkeiten hast Orgasmen zu bekommen! Das haben nicht viele Frauen. Und das darfst du auf jeden Fall wertschätzen.

Dass du davon sprichst, dass du „nur“ getrennte Orgasmen bekommen kannst, lässt vermuten, dass du die Vorstellung hast es müsse intensiver sein beide zusammen zu haben. Wir vermuten mal, dass daher dein Wunsch kommt, beide Arten von Orgasmen kombinieren zu wollen. Tatsächlich muss das aber gar nicht so sein. Um sich orgasmisch zu erleben, braucht es nicht unbedingt mehr, sondern eher die Konzentration auf das, was gerade da ist, in jedem Moment.

Wenn du aber dennoch gerne ausprobieren möchtest diese verschiedenen Arten von Orgasmen zu kombinieren, stellt sich zuerst einmal die Frage nach deinen Erregungsmustern. Es gibt ja die verschiedensten Erregungsmuster, um zum Orgasmus zu kommen. Was du beschreibst mit „Beine zusammenpressen“ lässt darauf schließen, dass für einen klitoralen Orgasmus bei dir auch die Körperspannung wichtig ist, um zur Entladung zu kommen. Möglicherweise (oft ist das so) ist dein Erregungsmuster für den vaginalen Orgasmus ein genau entgegengesetztes und eher gekennzeichnet durch eine Entspannung des Beckenbodens und des ganzen Körpers. Denn oft geht ein vaginaler Orgasmus einher mit Hingabe, Öffnung, Fließen lassen. Das könnte es schwierig machen für dich, diese beiden orgasmischen Möglichkeiten zu kombinieren.

Uns ist leider auch nicht ganz klar geworden, was du damit meinst, wenn du schreibst, dass du bei gleichzeitiger vaginaler und klitoraler Stimulation kurz vor dem point of no return kommst. Das beinhaltet ja einen Widerspruch in sich, denn sobald du einen Orgasmus hast, ist der point of no return ja schon vorbei. Wir nehmen an, du meinst damit, dass du dich durch klitorale Stimulation entlädst, wenn du durch vaginale Stimulation noch nicht so weit wärst.
Was du da noch ausprobieren kannst, wäre wie sich deine Erregung verändert, wenn du in eine andere Stellung gehst, zum Beispiel Penetration von hinten, wenn du auf dem Bauch liegst und dich dabei klitoral stimulierst. Wenn dein Partner sich dabei eher passiv verhält und du mit deinem Becken die Bewegungen steuerst, kann das eine gute Möglichkeit sein, mit deinen beiden Erregungsmustern zu spielen.
Oder du probierst mal die für dich nötige Spannung in einem anderen Körperbereich zu setzen (z.B. im Oberkörper, über die Hände oder Arme), so dass dein Becken dabei flexibler und offener bleiben kann.

Wir haben ja im letzten Jahr mit einigen Frauen auch genau zu diesem Thema geforscht. Unserer Erfahrung nach ist es möglich verschiedene Erregungsmuster zu kombinieren oder diese zu verändern und auch neue Muster zu etablieren. Dazu muss man sich aber die Erregungsmuster genau anschauen, um einen Weg zu finden wie sich diese verändern beziehungsweise erweitern lassen. Dazu bieten wir ja unser Orgasmic Woman Coaching an. Und dazu sind natürlich wesentlich mehr Informationen nötig, als wir sie aus deiner Frage herauslesen konnten. In der Hoffnung, dass wir dir dennoch ein paar Impulse geben konnten, verbleiben herzlichst

Mara & Vivien

Das Hören

Sexualität und Sinnlichkeit

Wenn du dem Wasser zuhörst, was löst das in dir aus?

Für viele Menschen gibt es ja nichts Schöneres als den Wellen zuzuhören, wie sie am Strand auslaufen. Andere hören lieber das Plätschern eines Baches oder das Trommeln der Regentropfen auf dem Fenster. Für die meisten Menschen hat das Fließen des Wassers auf jeden Fall eine entspannende Wirkung.
Vielleicht liegt das daran, dass wir selbst zu einem großen Teil aus Wasser bestehen. Oder dass das Fließen des Blutes das erste Geräusch war, das wir im Mutterleib wahrgenommen haben.
Lass dich doch mal während der körperlichen Selbstliebe von Geräuschen fließenden Wassers inspirieren! Vielleicht bewirkt das in dir tiefe Entspannung und die Möglichkeit tiefer zu sinken und feiner zu spüren, vielleicht veranlasst dich das in deinen Bewegungen und Berührungen mitzufließen und vielleicht wirst du auch selbst zu einer orgasmischen Welle, erlebst kleine belebende Strudel oder wirst zu einem wilden Fluss …

Du kannst dabei auch deine Aufmerksamkeit von den Geräuschen außen auf deine inneren Geräusche lenken. Hör doch mal deinem Herzen zu, wie es schlägt. Oder deinem Bauch wie er gluggert. Und wenn du ganz aufmerksam bist, vielleicht kannst du noch andere Geräusche in deinem Inneren entdecken.
Oder du tönst mal beim Ausatmen ein „A“ oder „O“ und spürst wie sich diese Klangwellen im Inneren deines Körpers ausbreiten. Bis wohin fließen sie? Kannst du sie auch in deiner Vulvina spüren?

Wenn du das während der Selbstliebe machst, während du dich selbst berührst, hilft dir das mit deiner Aufmerksamkeit ganz im Körper zu sein und dich intensiver zu spüren.

Also: Hör dir gut zu!

Masturbation May

Zum Monat der Masturbation

Wir wollen mit euch den Mai als den Monat der Masturbation feiern! Er steht für die Enttabuisierung rund um das Thema Masturbation und Selbstbefriedigung und ist ein wunderbarer Anlass für eine Selbstliebe-Challenge: 4 Wochen lang tägliche körperliche Selbstliebe!

Dabei geht es nicht unbedingt um Erregung und orgasmische Entladung. Erstmal geht es darum dir das wert zu sein dir täglich mindestens 15 Minuten Zeit für dich selbst zu nehmen, um deinen Körper mit Liebe und Aufmerksamkeit wahrzunehmen, zu bewegen, zu berühren. Du wirst überrascht sein was dadurch alles passieren kann! Du wirst lernen dich selbst besser zu spüren, deinen Körper besser kennenzulernen und es wird deine Kreativität anregen, um deine Sexualität erfüllter zu leben. Darüber hinaus kannst du deine sexuelle Energie nutzen, um mehr in deine Kraft zu kommen. Das wird auch dein tägliches Leben positiv beeinflussen.

Unsere Einstiegscoachings können dir da hilfreiche Impulse und Ideen geben, was du in diesen 4 Wochen alles ausprobieren kannst.
Unser Spezial-Angebot diesen Monat für dich:
Jedes Einstiegscoaching kostet statt 69,-€ nur 49,-€!

Und wenn das alleine für dich nicht so einfach ist, weil dabei auch Widerstände auftauchen, Fragen auftreten und Gefühle hochkommen können, bieten wir dazu zwei begleitende Online-Gruppen an: Eine ab dem 18. Mai, immer Dienstag Morgen 8.30 bis 10 Uhr, die andere ab dem 30. Mai, immer Sonntag Abends 20 bis 21.30 Uhr. (Ebenfalls Link in Bio)

Oder du suchst dir eine Freundin und ihr macht das Coaching zeitgleich und tauscht euch täglich darüber aus.
Unser Spezial-Angebot für Freundinnen:
Ihr erhaltet beide zu einem Einstiegs-Coaching zusätzlich unsere 6 Videos mit Selbstliebe-Meditationen gratis noch dazu! Einfach bei eurer Bestellung im Feld für Anmerkungen „Freundin“ angeben, und den Namen eurer Freundin, die das mit euch macht und ebenfalls ein Coaching bucht.

Viel Freude bei der Selbstliebe!!!

Das Sehen

See im Sommer

Unsere Augen sind das Sinnesorgan, das die meisten von uns wohl am häufigsten benutzen oder darüber bewusst wahrnehmen.
Und trotzdem schließen wir beim Sex oft die Augen. Weil das Schauen uns vom Spüren ablenkt? Weil wir uns auf unser Kopfkino konzentrieren? Oder gar aus Unsicherheit oder Scham?

Wir möchten dich einladen, deinen Sehsinn neu zu erforschen. Es ist leicht damit in der Natur zu beginnen, weil es dort so viel zu entdecken gibt.
Die Farben, in die die aufgehende Sonne den Wald taucht, die Details der vielen Pflanzen, Blüten, kleinen Tiere … Versuch mal deinen Blick dafür zu öffnen, neu zu sehen, als ob du ein ganz kleines Kind wärst, das das alles noch nicht kennt.
Es ist eine andere Art des Sehens, als das was wir im Alltag oft praktizieren. Da sehen wir oft zielorientiert, fixieren etwas um zu erkennen, wenn wir zum Beispiel etwas lesen wollen, Schilder erkennen, in der Körpersprache der Menschen lesen, denen wir begegnen …
Unser Verstand ist immer gefragt zu interpretieren, einzuordnen, zu verarbeiten. Versuch mal in der Natur anders zu sehen; nicht zu fixieren, sondern aufzunehmen, die Eindrücke in dich hineinzulassen.
Dieser Blick wird auch der „weiche Blick“ genannt. Nicht verstehen wollen was das für eine Pflanze ist, was für ein Tier … sondern nur zu beobachten, zu staunen, über deinen Blick mitzugehen mit dem was ist …

Und wie wäre es, wenn du mit diesem weichen Blick auch dich selbst betrachtest?

Wir sind oft so kritisch mit uns selbst, unserem eigenen Körper, dass wir nicht offen sind für unsere wahre Schönheit.
Stell dich doch mal vor einen großen Spiegel, bei weichem Licht, vielleicht erstmal mit einem großen Tuch, darunter nackt. Und dann nimm dir Zeit deinen Körper Stück für Stück zu enthüllen und zu betrachten, wie ein außerirdisches Wesen, das noch nie einen menschlichen Körper gesehen hat. Als dieses Wesen hast du keinen Vergleich, keine Normen im Kopf wie ein Körper auszusehen hat, keine Bewertung. Du schaust deinen Körper an wie eine wundervolle Landschaft, mit geheimnisvollen Erhebungen und Vertiefungen, Rundungen und Furchen, Flecken und Haaren, in den verschiedensten Farben.
Und dann setz dich doch mal vor einen Spiegel, öffne deine Beine und betrachte deine Vulvina, diese seltene einzigartige Blume.
Nimm einfach auf mit den Augen was du siehst, mit der staunenden Neugier des außerirdischen Wesens, und sieh dir jedes Detail an, forsche so lange bis du alles erkundet hast.
Und wenn du dann möchtest, dann berühre deine Vulvina, streichle sie so lange, bis sie sich verändert, bis ihre Farbe dunkler, ihre Lippen voller werden und sie sich immer weiter öffnet.
Und staune über diese Veränderungen, über dieses Geheimnis der Natur, über dieses Wunder unserer weiblichen Kraft und Schönheit!

Wie kann ich mich freier fühlen?

Orgasmic Woman Frau Hemmungen
„Ich habe Hemmungen. Wie kann ich mich freier fühlen?“

 

Scham ist so ein großes Thema – gerade in der weiblichen Sexualität!
Wir schämen uns, weil wir nicht schön genug, schlank genug, jung genug sind.
Wir schämen uns, weil unsere Brüste oder unser Po zu klein, nicht rund genug, nicht straff genug sind.
Wir schämen uns, weil unsere Vulvalippen asymetrisch, zu groß, überhaupt da sind. Denn deshalb heißen sie ja Schamlippen und werden von Schamhaaren verdeckt.

Wir schämen uns für unsere Körper, weil unsere Schönheitsideale von einer Normierung ausgehen, die selten der Realität entspricht. Und weil unser Genitalbereich ein Teil unseres Körpers ist, der am besten gar nicht gezeigt werden darf (oder nur ein Abbild davon benutzt wird, um der Lust des Mannes zu dienen).

Zum Glück ändert sich das gerade ein wenig. Es gibt die Body Positivity Bewegung: In den Medien werden gelegentlich Frauen mit vielfältigeren Körperformen gezeigt. Das darf noch mehr werden! Und das Feiern der Vielfalt an Vulven findet immer noch nur in einem kleinen „Vulva-Positivity“ Bereich der sozialen Medien statt. Das darf noch viel mehr werden!

Denn wenn ich mich selbst nicht schön finde, habe ich natürlich Hemmungen beim Sex und kann mich nicht frei bewegen und mich an meinem Körper und seinen Reaktionen erfreuen, weil sich ständig meine innere Kritikerin meldet und mir bestimmte Positionen und Haltungen verbietet, weil dann mein Bauch wackelt, meine Brüste herunterhängen, das Licht auf meine Dehnungsstreifen fällt und die wilde Fleischlichkeit, Farbigkeit und der intensive Duft meiner Vulva sowieso eine Zumutung für andere ist.

Wie wichtig ist es also, dass wir unsere Körper lieben lernen wie sie sind, in ihrer ganzen Vielfalt und Fülle!

Aber das ist ja nicht alles, wodurch unsere Scham gefüttert wird. Die jahrhundertelange Unterdrückung der weiblichen Lust steckt in unseren Zellen. Und selbst wenn viele von uns theoretisch heute die Möglichkeit haben ihre Sexualität so zu leben wie sie sich das wünschen, sind wir nicht einfach von heute auf morgen ganz frei. Es braucht ein Bewusstsein für unsere Vergangenheit, um zu verstehen was uns hemmt. Es braucht Geduld mit uns selbst und ganz viel Liebe. Und es braucht die Unterstützung von anderen Frauen, die gegenseitige Stärkung, um uns immer wieder die Erlaubnis zu geben unsere Sexualität selbstbestimmt und voller Freude zu leben.